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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 14:39 Uhr

Bosau : Uhlenbusch: Baubeginn im Frühjahr

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Initiatoren des Öko-Dorfs wollen noch dieses Jahr soll mit Erschließungsmaßnahmen auf dem rund fünf Hektar großen Gelände beginnen.

shz.de von
erstellt am 02.Nov.2015 | 18:00 Uhr

Bosau | Wenn es fertig ist, dann soll ein Dorf im Dorf entstanden sein: Das barrierefreie Wohnprojekt „Uhlenbusch“ auf der Bosauer Seekoppel. Am Sonnabend präsentierten die Initiatoren vor etwa 20 Interessenten den aktuellen Stand des Planungsprozesses. Und der ist laut Ulrich Reimann, Geschäftsführer der Uhlenbusch GmbH, schon ziemlich weit vorangeschritten. Noch in diesem Jahr soll mit den Erschließungsmaßnahmen auf dem rund fünf Hektar großen Gelände begonnen, Anfang 2016 dann die Bauanträge gestellt werden. „Baubeginn soll im März oder April 2016 sein, die ersten Häuser sollen dann im Herbst 2016 bezogen werden“, erläuterte Reimann die Planungen.

Insgesamt sollen rund um einen Anger 30 Einzel- und Reihenhäuser sowie ein großes Gemeinschaftshaus mit Blick auf den Großen Plöner See entstehen. Konzipiert ist das Dorf als eine autofreie Siedlung mit der Möglichkeit, kurzzeitig bis zu den Wohnhäusern vorzufahren, berichtete Landschaftsarchitektin Anna Schwinge. „Ich bin richtig begeistert von dem Grundstück mit dem Bachlauf und dem Blick über den See und die Felder“, so Schwinge.

Das Dorf soll in verschiedene Zonen aufgeteilt sein, durch die Ordnung und ein Rahmen geschaffen werden. In der Mitte entsteht der Anger, in Richtung See die als Reihenhäuser gebauten Gartenhäuser mit angrenzendem Nutzgarten und im Süden des Angers eine große Wiese mit den darauf stehenden Wiesenhäusern. Auf dieser Wiese sollen auch Nutztiere weiden. Und da die 60 bis 80 Quadratmeter großen Wiesenhäuser keine individuellen Gärten und Zäune erhalten sollen, „kann es schon mal sein, dass ein Schaf auf Ihrer Terrasse steht“, erklärte Landschaftsarchitekt Sebastian Schwinge.

Strom soll im Uhlenbusch so weit es geht selbst erzeugt werden. Dazu sind auf dem Gemeinschaftshaus sowie auf allen gen Süden gerichteten Dächern Solarmodule geplant, insgesamt rund 1000 Quadratmeter. Reichen aber wird diese Menge nicht. „Rund 30 Prozent des Energiebedarfes fehlen uns dann noch, hauptsächlich im Winter“, schilderte Ingenieur Andreas Knappen. Diese Lücke solle entweder über den Zukauf von Ökostrom oder durch die Errichtung eines Blockheizkraftwerkes geschlossen werden.

Für die Finanzierung des Projektes haben sich die Planer eine ganz neue Methode überlegt. „Es muss allen klar sein, dass das hier kein normales kommerzielles Projekt ist“, sagte Mit-Initiator Adolf Bollmann. Es gehe nicht darum, dass ein Investor Geld machen wolle. Vielmehr solle eine neue Wohnform entstehen und auch erhalten bleiben. Das gehe nur, wenn die Häuser nicht verkauft, sondern nur vermietet werden.

Interessenten können bei der Uhlenbusch GmbH ein lebenslanges Wohnrecht erwerben, das auch in den Grundbüchern eingetragen werde. Dieses Wohnrecht sei nicht einseitig kündbar. Für ein rund 80 Quadratmeter großes Wiesenhaus koste so ein lebenslanges Wohnrecht etwa 300  000 Euro, hinzu kämen die monatlichen Unterhaltskosten. „Hier entsteht kein sozialer Wohnungsbau, hier entsteht Qualität. Und Qualität hat ihren Preis“, erklärte Bollmann. Damit der Uhlenbusch möglichst lange in seiner geplanten Form erhalten bleibe, soll aus der GmbH später einmal eine Stiftung werden. Denn: „Eine Stiftung gehört nur sich selbst“, so Bollmann. Er schränkte aber ein: „Wir befinden uns noch im Planungsprozess. Wenn unsere Pläne so nicht realisierbar sind, dann können sie sich noch ändern.“

Die Kosten sind für Monika Mehring der einzige Grund, weshalb ein Einzug in den Uhlenbusch noch scheitern könnte. Die 59-Jährige war mit ihrem Ehemann extra aus Worpswede nach Bosau gereist. Der Gemeinschaftsgedanke des Projektes gefiel ihr besonders. „Jetzt geht es ja noch, aber was ist in zehn Jahren?“, fragte sie. Sie wolle nicht in einer anonymen Umgebung alt werden. „Dann doch lieber gemeinsam mit Gleichgesinnten.“ Und die habe sie hier bei der Informationsveranstaltung getroffen: „Ich könnte mir diese Leute hier gut als Nachbarn vorstellen.“ Sehr zur Freude von Bosaus Bürgermeister Mario Schmidt, der die „neue, schöne und anspruchsvolle Wohnform“ lobte und schon einmal alle zukünftigen Bosauer Bürger begrüßte.

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