„Überwachung ist nicht unser Auftrag“

Landung am Fallschirm.
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Landung am Fallschirm.

Der Ostholsteiner Anzeiger hat den Soldaten des Eutiner Aufklärungsbataillons bei den Übungsflügen mit Drohnen über die Schulter geschaut.

shz.de von
01. Mai 2015, 14:05 Uhr

Ein leichtes Summen liegt in der Luft. Nicht lokalisierbar. Ein kleiner Punkt am Himmel wirkt nicht verdächtig. Er ist kaum zu sehen. Wenn „Luna“ ihre Kreise dreht, bewegt sich die Drohne unauffällig. „Das ist der beste Schutz“, sagt Oberstleutnant Alexander Radü (Foto), Kommandeur des Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“. Aufgrund der geringen Abmessungen und der Geräuscharmut ist das unbemannte Fluggerät für mögliche Gegner schwer zu orten. Und zu bekämpfen.

Zurzeit trainieren die Soldaten mit ihren Flügen für die Anfang Juni in Eutin anstehende Heeresausbildungswoche. Der Luftraum über Teilen der Region rund um die Kreisstadt ist dazu bereits jetzt gesperrt – zumindest was Flüge unterhalb 800 Metern Höhe angeht (wir berichteten).

Die Bedenken in der Bevölkerung möchte die Bundeswehr auszuräumen. „Überwachung ist nicht unser Auftrag“, sagt Radü und möchte damit der Sorge entgegentreten, dass die Soldaten schauen, was so auf der sonntäglichen Kaffeetafel aufgetischt wird. Technisch möglich scheint vieles, doch die Soldaten winken ab. Jeder Start einer Drohne sei mit einem festen militärischem Flugauftrag verbunden, betont der Presseoffizier Moritz Unkel. „Wir trainieren hier unseren Einsatz.“ Und dabei spielen Bilder über Truppen- und Fahrzeugbewegungen die Hauptrolle.

In den nächsten Wochen werden die Aufklärer immer wieder ihre Bodenstationen für den Betrieb der Drohnensysteme „Luna“ und KZO am Ortsrand von Eutin aufbauen. Etwa 20 bis 30 Mann sind jeweils mit dem Start und Flug einer Drohne beschäftigt.

Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, sagt der Oberleunant Unkel. Und Oberstleutnant Radü ergänzt: „Es ist uns verboten über bebautes Gebiet zu fliegen.“ Die Korridore, in denen sich die Drohnen in der Luft bewegt, seien klar definiert. Und so angelegt, dass man nicht in die Verlegenheit komme, die Drohne „in einem Vorgarten landen zu müssen“, sagt Radü.

Ein Flug-Einsatz des Typs „Luna“ schlage zurzeit mit 400 Euro zu Buche. Das Gerät selbst kostet rund 250  000 Euro. Die etwas größere Drohne KZO koste inklusive Technik „im niedrigen siebenstelligen Bereich“, so Unkel. Es sei somit nachvollziehbar, dass das Bataillon seine Flüge sorgsam plane und die Drohnen nur starte, wenn es das Wetter zulässt. Denn auch bei der Landung am Fallschirm sei böiger Wind ein Feind des Fluggeräts. Man wolle nicht unnötig Steuergelder in Gefahr bringen, so Unkel.

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