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Ostholsteiner Anzeiger

24. Oktober 2017 | 06:51 Uhr

Überraschende Wende im Turm-Drama

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2017 | 17:15 Uhr

Die Dramaturgie war kaum zu überbieten: Erst ließ Bauamtsleiterin Britta Deubel Jan Eskildsen vom Förderverein Dorf und Natur (Födona) minutenlang ausführlich vortragen, mit welchem Konzept sein Verein sich vorstellen könnte, den maroden Holzbergturm in Malente-Neversfelde irgendwie doch noch vor dem offenbar unvermeidlichen Abriss zu retten. Dann verkündete sie eine Neuigkeit, die im Sitzungszimmer erst ungläubiges Staunen hervorrief und dann spontanen Beifall aufkommen ließ. Die Kay-und-Dörte-Cornils-Stiftung habe sich bereiterklärt, einen Neubau des Holzbergturms zu finanzieren, erklärte Deubel. Dieses Angebot sei kurz vor der Sitzung bei der Gemeinde eingegangen.

„Wir waren alle baff“, erklärte der Vorsitzende des Verschönerungsvereins Neversfelde, Günter Struck, dem der Turm gehört. Selbst einen Tag später hatte er die neue Lage noch nicht so recht realisiert. „Ich kann das noch gar nicht glauben.“ Das erscheine wie die große Rettung. Auch er habe im Vorfeld keine Kenntnis von dem Angebot gehabt. Zwar habe sich Kay Cornils vor einiger Zeit bei einem Ortstermin am Holzbergturm vom Verein über die Situation informieren lassen. Da habe er aber noch nichts über sein Vorhaben durchblicken lassen.

Der Ausschuss beschloss, in der nächsten Sitzung darüber zu beraten. Denn noch ist unklar, ob das Angebot an Bedingungen geknüpft ist und welche Vorstellungen die ehemaligen Malenter Gastronomen Kay und Dörte Cornils über einen Turmneubau haben. Das Paar war bis gestern Abend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Verschönerungsverein ist bereit, den Abriss des Turms zu finanzieren. Die Gemeinde hat 15  000 Euro im Haushalt bereitgestellt, falls die Vereinsmittel nicht ausreichen. Wie teuer ein Turmneubau werden könnte, ist bislang völlig ungewiss. Der Eutiner Prüfingenieur für Baustatik, Dr. Joachim Scheele, hatte die Kosten eines Neubaus aus Stahl in einer der vergangenen Sitzungen mit 70  000 Euro angegeben. In einer späteren Sitzung hatte Britta Deubel über eine Kostenschätzung berichtet, die sich einschließlich Planung, Statik und Fundamente auf 173  000 Euro belief.

Die Überlegungen von Födona scheinen nun obsolet. Der Verein, der sich um den Wildpark kümmert, hatte vorgeschlagen, den Turm nach einer Erstsanierung zu übernehmen. Dafür sollten die Mittel verwendet werden, die für den Abriss vorgesehen waren. Die Rede war auch noch von einer zweiten 60  000 Euro teuren Sanierung und jährlichen Unterhaltskosten von 5000 Euro und ungewissen Aussichten, ob das alles reiche, den Turm dauerhaft zu retten.

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