Schönwalde : Übernachtung mit Zeitreise im Dorfmuseum

Aus dem gemütlichen „sleep Cube“ schauen die Gäste direkt in das historische Klassenzimmer mit seinen hölzernen Schulbänken, Schiefertafeln und Lehrerpult.
Aus dem gemütlichen „sleep Cube“ schauen die Gäste direkt in das historische Klassenzimmer mit seinen hölzernen Schulbänken, Schiefertafeln und Lehrerpult.

Dorf- und Schulmuseum ist das einzige Museum im Land, in dem Besucher in den Ausstellungsräumen übernachten können.

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13. Januar 2020, 16:45 Uhr

Schönwalde | Ein einzigartiges Erlebnis in Schleswig-Holstein bietet das Dorf- und Schulmuseum Schönwalde bis zum 14. April. Mitten im Museum kann übernachtet werden. Die Gäste dürfen sich ab 18 Uhr exklusiv in den Räumen bewegen und so auf eine ganz persönliche Zeitreise gehen. „Wir gehörten 2018 bundesweit zu den ersten die den ‚Sleep-Cube‘ in einem Museum aufgestellt haben“, berichtet Marc Dobkowitz, Vorsitzender des Fördervereins, und fügt hinzu: „Noch immer sind wir das einzige Museum im Land, in dem man übernachten kann.“ Karen Löhnert, Gründerin von „Sleeperoo“, war nach ersten Kontakten begeistert von der Atmosphäre in der alten Dorfschule: „Hier kann man eine Zeitreise in die dörfliche Idylle unternehmen.“ Ihr Unternehmen stellt unter dem Motto „Die Nacht, der Ort und Du“ in ganz Deutschland den „Sleep-Cube“ an ungewöhnlichen Orten auf, und zählte damit 2018 zu den fünf Nominierten des Deutschen Tourismuspreises. In Schönwalde steht der Cube im Foyer des Museums mit direktem Blick in das historische Klassenzimmer. Er bietet zwölf Kubikmeter Geborgenheit auf einer komfortablen Matratze mit einer Liegefläche von 160 mal 200 Zentimetern und Deckbett aus Schafschurwolle. Drei unterschiedlich feste Kopfkissen versprechen einen entspannten Schlaf, nachdem die Gäste das Museum für sich entdeckt haben.

Die Gäste dürfen sich die ganze Nacht frei im Museum bewegen und erhalten auch einen Schlüssel Marc Dobkowitz, Vorsitzender des Fördervereins
 

„Die Gäste dürfen sich die ganze Nacht frei im Museum bewegen und erhalten auch einen Schlüssel“, erklärt Dobkowitz. Das sei nötig, denn außer der Toilette gebe es keinen weiteren Service wie in einem Hotel. Für das Abendessen müsse ein Restaurant aufgesucht werden. Den kleinen Hunger und Durst stille eine „Chillbox“. Wer mag, der darf auch seinen Picknickkorb mitbringen. „Wer möchte kann bei uns sein Frühstück auf dem Plüschsofa der guten Stube einnehmen und dazu auch einen Sekt trinken“, wirbt Dobkowitz für den besonderen Reiz des Ortes. Ein Kühlschrank ist noch vom Betrieb des Museums-Cafés vorhanden. Es habe durchaus Bedenken gegeben, jemanden unbeaufsichtigt ins Museum zu lassen. Sie trafen aber nicht zu. „Unsere Gäste sind alle den frei zugänglichen Exponaten mit dem nötigen Respekt begegnet“, sagt Dobkowitz nicht ohne Stolz, denn das Feedback der „Zeitreisenden“ war durchweg positiv.

Die Möglichkeiten sind vielfältig

„Wir hatten Paare, die sich vom Flair des Museums verzaubern ließen und die Zweisamkeit genossen, aber auch Mutter und Tochter, die ihre Zeitreise als Auszeit von Smartphone und für intensive Gespräche nutzen“, so Marc Dobkowitz. Die Möglichkeiten sind vielfältig: In der alten Schulklasse kann die Schütterlin-Schrift erlernt werden aber auch die Küche oder die umfangreiche Sammlung an Mausefallen dürfte das Interesse wecken. In der langen Nacht ist auch Zeit sich mit dem Modell der Schmiede oder den Zimmern des Puppenhauses zu beschäftigen. Gebucht werden kann die Übernachtung für zwei Personen ab 120 Euro über die Homepage des Dorf- und Schulmuseums (www.dorfmuseum-schoenwalde.de) oder auf dem Portal von Sleeperoo.de. Die Übernachtungs-Saison geht noch bis zum 14. April.




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