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Prozess am Landgericht Lübeck : Über sechs Jahre Haft für Messerattacke in Wangels

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Im Auftrag eines Kollegen sticht ein 40-Jähriger einen Mann nieder. Das Opfer soll die Freundin des Auftraggebers beleidigt haben.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2015 | 18:09 Uhr

Lübeck/Wangels | Zwei Männer, die im April 2014 einen Kollegen mit einem Messer lebensgefährlich verletzt hatten, sind am Donnerstag vom Landgericht Lübeck zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Ein 40-Jähriger, der bereits mehrfach wegen Gewaltdelikten vorbestraft ist, muss wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Sein 29 Jahre alter Mitangeklagter, der den Auftrag zu der Tat gegeben hatte, wurde zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die Angeklagten hatten gestanden, ihr 30 Jahre altes Opfer in einer Wohnung in Wangels im Kreis Ostholstein attackiert zu haben, weil er angeblich die Freundin des 29-Jährigen beleidigt hatte.

Mit dem Urteil ging das Gericht deutlich über das vom Staatsanwalt beantragte Maß hinaus. Der hatte für den 40-Jährigen viereinhalb Jahre und für den 29-Jährigen dreieinhalb Jahre Haft gefordert. Es handele sich um eine schwerwiegende Tat, die angemessen bestraft werden müsse, sagte der Vorsitzende Richter zur Begründung. Dabei müsse auch berücksichtigt werden, dass der ältere Angeklagte in seiner Heimat wegen Gewaltdelikten bereits 15 Jahre im Gefängnis gesessen habe, sagte er. Das habe den Angeklagten aber offensichtlich nicht beeindruckt. Täter und Opfer stammen aus Rumänien und arbeiteten zur Tatzeit als Trockenbauer in Schleswig-Holstein.

Beide Angeklagte hatten vor Gericht Reue gezeigt. Sie hätten das Opfer nicht töten, sondern ihm nur einen Denkzettel verpassen wollen, sagten sie im Prozess. Der 29-Jährige gestand nach anfänglichem Leugnen, den durch seine Tätowierungen martialisch aussehenden 40-Jährigen mit dem Angriff beauftragt zu haben. Er habe mit dem Opfer wiederholt Stress gehabt, unter anderem habe der seine Freundin als „Zigeunerin“ beschimpft.

Der 40-Jährige hatte schon zu Prozessbeginn gestanden, das ihm völlig unbekannte Opfer mit einem Taschenmesser in die Brust gestochen und ihm zwei Schnittverletzung im Gesicht zugefügt zu haben. Es habe damit seinem Kollegen einen Gefallen tun wollen, sagte er.

Den ursprünglich erhobenen Vorwurf des versuchten Mordes hatte der Staatsanwalt bereits in der Hauptverhandlung fallengelassen. Er hatte das unter anderem damit begründet, dass die Männer von ihrem Opfer abgelassen hatten, obwohl es erkennbar noch lebte. Die Verteidiger hatten milde Strafen beantragt, sich jedoch nicht auf ein konkretes Strafmaß festgelegt. Die Urteile sind noch nichts rechtskräftig.

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