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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 15:59 Uhr

Eutin : Über Frieden ins Gespräch kommen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Friedenskreis Eutin, Amnesty International und Arbeitskreis 27. Januar hatten zum Ostermarsch bis zur Rettberg-Kaserne eingeladen

von
erstellt am 28.Mär.2016 | 19:30 Uhr

Mit dem Riesen-Plakat „Wir kämpfen auch dafür, dass Du gegen uns sein kannst“ wurden die rund 50 Teilnehmer des Ostermarsches am Sonnabend vor der Eutiner Rettberg-Kaserne begrüßt. Das Banner hängt dort schon einige Wochen. Friedenskreis Eutin, Amnesty International und der Arbeitskreis 27. Januar hatten zum Ostermarsch bis zur Rettberg-Kaserne eingeladen. Sie wurden dort vor den Toren von der Pressesprecherin des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“, Sandra Pfetzing-Huber, begrüßt, die 120 Briefe der Aktivisten für die Soldaten freundlich in Empfang nahm.

Schon 34 Jahre gibt es den Friedenskreis in Eutin. Doch einen Ostermarsch hatte es lange nicht gegeben sagte Sprecher Wolfgang Schiller. Die gute Resonanz einer Veranstaltung von Friedenskreis, Amnesty und 27. Januar in der Kreisbibliothek habe die Motivation für die Osterveranstaltung gegeben.

„Kriege, Armut und Umweltzerstörung haben ein Ausmaß angenommen, das Angst macht“, sagte Schiller am Sonnabendvormittag auf dem Eutiner Marktplatz. Bei allen Problemen dürfe man das Ziel nicht aus den Augen verlieren: Frieden. Es wurden Lieder gesungen.

Danach ging es dann im Spaziergang zur Rettberg-Kaserne. Als dort Hauptmann Sandra Pfetzing-Huber die Briefe für die Soldaten entgegen nahm, sagte sie: „Die Briefe werden jetzt dem Kommandeur vorgelegt und dann erhalten die Soldaten Gelegenheit zum Lesen.“ Im Mai werden 120 Soldaten aus Eutin zum Auslandseinsatz nach Mali fahren.

Wolfgang Schiller war nach dem Ostermarsch „absoldut erfreut“ über den Verlauf: „Es war besser als erhofft und gedacht.“ Besonders auf dem Marktplatz hätten Friedenskreis, Amnesty International und Aktionsgruppe 27. Januar sehr viel Aufmerksamkeit erreicht. Schiller: „Damit habe ich persönlich nicht gerechnet.“ So habe es auf dem Marktplatz auch kritische Stimmen gegen die Aktion gegeben. Sie wiesen darauf hin, dass die Soldaten im Auslandseinsatz auch nur ihre Pflicht tun. „Wir haben unser Ziel erreicht: wir wollten ins Gespräch kommen und Menschen nachdenklich machen“, resümierte Schiller.

In dem Brief an die Soldaten des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“ entwickelten die Absender Verständnis dafür, dass die Soldaten nicht aus eigenem Entschluss in den Einsatz gehen. Sie folgten dem Befehl. Und weiter: „Wir wünschen Ihnen aber, dass Sie bei allem, was Sie erleben und tun werden, sich ein eigenes Urteil bilden und erkennen, für wen und warum Sie in diesen Einsatz geschickt werden“. Die Politik stelle seit langem militärisches Eingreifen als etwas ganz Normales hin, um Konflikte zu lösen. Die Waffentechnik habe ein Maß erreicht, das die Welt zerstören kann. Die Soldaten sollten im Einsatz keine Menschen töten und gesund wiederkommen.  

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