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Ostholsteiner Anzeiger

18. November 2017 | 02:18 Uhr

Über 50 000 Euro für Container?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wald-Kita: Gemeinde legt Lösungsvorschlag für eine Schlechtwetterunterkunft vor – Verein beklagt mangelnde Kommunikation

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 12:20 Uhr

Eigentlich sollte die Zusammenarbeit zwischen dem Waldkindergarten „Kleine Räuberbande“ im Bergengehölz und der Gemeinde Malente besser werden. Nachdem im ersten Anlauf die Suche nach einem professionellen Träger an Differenzen zwischen Verein und Gemeinde gescheitert war, wurde eigens eine Arbeitsgruppe gegründet, um gemeinsam eine Lösung zu suchen. Doch Verwaltung und Vorstand des Trägervereins scheinen immer noch nicht an einem Strang zu ziehen, wie sich jetzt an den Bemühungen der Verwaltung zeigt, einen Container als Rückzugsmöglichkeit bei schwierigen Wetterlagen am Waldrand bereitzustellen.

Mindestens 52  000 Euro soll die von der Verwaltung erarbeitete Lösung kosten, über die der Sozialausschuss am Dienstag, 24. Oktober, ab 18 Uhr im Haus des Kurgastes (Klönzimmer) beraten soll. Hinzu kämen Architektenkosten in Höhe von 2500 Euro. Geplant ist, drei oder gar vier Container auf einem Grundstück am Waldrand aufzustellen, das im Besitz des Tierschutzvereins Eutin ist. Zusätzlich sei ein Sanitärcontainer erforderlich, heißt es in der Vorlage. Der Tierschutzverein hat seine Zustimmung signalisiert, macht diese aber vom Votum des Vorstands abhängig.

Die Vorsitzende des Trägervereins der Wald-Kita, Dr. Ruth Sindt, reagierte überrascht auf die Vorlage. „Ich bin äußerst verwundert, dass es so eine große Lösung geben soll“, erklärte sie. Sie stelle sich die Frage, warum das vorher nicht mit dem Verein besprochen worden sei. Bei der ersten Sitzung des Arbeitskreises vor etwa zwei Wochen habe sie nach den Überlegungen der Gemeinde für eine Containerlösung gefragt. Doch eine Auskunft sei ihr verweigert worden.

„Im Grunde brauchen wir nur eine Schutzunterkunft, also eine Möglichkeit, bei aufkommendem Sturm schnell irgendwo unterzukommen“, erklärte Ruth Sindt. Außerdem sollten dort Kinder gewickelt oder auch mal Handschuhe getrocknet werden können. Das sei im jetzt genutzten Bauwagen nicht möglich. Dieser dürfe nur für den Notfall genutzt und auch nicht beheizt werden.

Die Verwaltung begründet ihren Lösungsansatz in der Vorlage mit „dem Wunsch des Waldkindergartens auf Nutzung der Container auch für vorhersehbare Schlechtwetterlagen“. Dann müsse für jedes Kita-Kind eine Grundfläche von 2,50 Quadratmetern zur Verfügung gestellt werden. Das entspreche bei 15 Kindern drei Containern, bei bis zu 20 Kindern, die laut Vertrag der Kita mit der Gemeinde möglich seien, wären es vier Container. Doch Ruth Sindt betont, eine solche große Lösung sei gar nicht der Anspruch der Wald-Kita. „Wir wollen ja an unserem waldpädagogischen Konzept nichts ändern.“

Die Container selbst schlagen bei der Rechnung der Gemeinde mit 10  000 Euro zu Buche. Hinzu kämen das Grundstück (9000 Euro), das Herrichten und Erschließen (13  500 Euro), technische Anlagen wie Anschlüsse für Strom, Gas und Abwasser (5000 Euro), Außenanlagen (4000 Euro), Ausstattung (500 Euro) und Baunebenkosten (10  000 Euro).

CDU-Fraktionschef Uwe Potz wollte sich gestern nicht zu dem Thema äußern. Er wolle erst die Sitzung seiner Fraktion am Montag abwarten. SPD/Grünen-Fraktionschef Jürgen Redepenning (SPD) sprach sich dafür aus, zumindest den Architekten zu beauftragen. „Gemeinde und Kindergarten müssen wissen, was dort möglich ist.“ Es sollte aber ausgelotet werden, ob eine schlankere Lösung denkbar sei, forderte Redepenning. Eile sei geboten. „Die Zeit drängt. Die Kita muss bis zum Jahresende wissen, woran sie ist.“

Selbst wenn die Politik die erforderliche Summe bereitstellen sollte, wären noch weitere Hürden zu überwinden. So ist etwa noch nicht geklärt, ob die gemeindeeigenen Container den Brandvorschriften genügen.

Ruth Sindt mahnte erneut eine schnelle Lösung an: „Wir brauchen jetzt etwas, was unsere Probleme löst.“ Dafür wünsche sie sich ein gemeinsames Gespräch mit Gemeindeverwaltung und Kita-Aufsicht des Kreises Ostholstein. Dann könne man sehen, welche Möglichkeiten es gebe, eine schnelle und kostengünstige Lösung zu finden.

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