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Ostholstein : Tunnel-Lösung bleibt für Fehmarnsund im Gespräch

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

MdB Bettina Hagedorn (SPD) kritisiert voreilige Festlegung des Bundesverkehrsministers auf eine Brückenlösung für den Engpass am Fehmarnsund.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2014 | 11:18 Uhr

Der Neubau zweier Brücken am Fehmarnsund muss politisch nicht das letzte Wort sein, wenn es um die Vermeidung eines absehbaren Engpasses auf der künftig für den Schnellverkehr ausgerichteten Vogelfluglinie geht. Nicht nur in Ostholstein, wo die Forderung schon seit Jahren unter Hinweis auf die Kapazitätsbegrenzung der alten Sundbrücke erhoben wird, sondern auch in Kiel und Berlin mehren sich jetzt die Stimmen für einen Tunnel unter der knapp 1000 Meter breiten Meerenge.

Landesverkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) kündigte gestern an, dass er zu dem Thema am kommenden Montag direkt am Fehmarnsund Stellung nehmen werde. Angesichts der Festlegung des Bundes auf den Bau von zwei neuen Brücken über den Fehmarnsund sowie der von der Deutschen Bahn AG erneut ins Spiel gebrachten Tunnelquerung wolle er über die bislang diskutierten Querungsvarianten und mögliche Auswirkungen auf die Planfeststellungsverfahren informieren, hieß es.

Zuvor hatte bereits die Ostholsteiner Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn (SPD) vom Bundesverkehrsministerium mehr Offenheit bei den Planungen für die Anbindung Fehmarns an das deutsche Festland gefordert. Sie verwies darauf, dass die Studie der Deutschen Bahn für das Ministerium vier gleichberechtigte Lösungsvarianten als Ersatz für die mehr als 50 Jahre alte Fehmarnsundbrücke vorgeschlagen habe. Darunter sei auch der von ihr favorisierte Bau eines Tunnels.

Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) habe dagegen den Eindruck erweckt, als gebe es nur eine Lösung – den Bau zweier Brücken für Straße und Schiene. „So etwas kann man nicht in Berlin am grünen Tisch entscheiden. In eine transparente Entscheidung müssen die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, der Kreis Ostholstein und die Bürger einbezogen werden“, sagte Hagedorn. Schließlich gebe es auch bei der Zwei-Brücken-Lösung drei unterschiedliche Trassenvarianten und zahlreiche Möglichkeiten der Anbindung an das Schienen- und Straßennetz. Hagedorn forderte zudem eine transparente und endlich auch in den Kostenkalkulationen realistische Informationspolitik des Verkehrsministeriums. Darauf werde sie erneut im Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestages dringen.

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager hat vor der Presse ebenfalls eine Tunnel-Lösung für den Fehmarnsund befürwortet und „endlich eine bundesdeutsche Planung aus einem Guss“ für die Vogelfluglinie angemahnt.

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