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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 17:23 Uhr

TSV Schönwalde sorgt für Eklat

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vereinsvorstand zeigt sich empört über Besuch des Vollstreckungsbeamten des Amtes und bricht Vertragsgespräche mit Gemeinde ab

shz.de von
erstellt am 11.Jul.2017 | 11:45 Uhr

Der Streit zwischen dem TSV Schönwalde und der Gemeinde um die Pflege der gemeindeeigenen Sportanlage und Zuschüsse für deren Betrieb an den Verein hat einen neuen Wendepunkt erreicht. Vereinsvorsitzende Claudia Piutti kündigte in der Sitzung der Gemeindevertretung an, Gespräche mit der Gemeinde abzubrechen. Dies habe der Vorstand entschieden.

In einer Arbeitsgruppe verhandeln Gemeinde und Verein über die Verlängerung eines zum Jahresende vom Verein gekündigten Nutzungsvertrags. Heute sollte sich die Arbeitsgruppe treffen.

Auslöser des Eklats war offenbar der Besuch eines Vollstreckungsbeamten bei der Vorsitzenden vergangene Woche. Dieser habe für 2016 eine Summe von 2000 Euro an Betriebskosten für den Sportplatz eintreiben wollen. „Wir spielen nicht in der gleichen Liga, denn wir können offene Fördergelder nicht anmahnen“, erläuterte Piutti die Situation des Vereins.

Burkhard Busch, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Ostholstein Mitte, relativierte im OHA-Gespräch die Darstellung Piuttis. Der als Vollstreckungsbeamter tätige Mitarbeiter des Amtes sei vorstellig geworden, habe jedoch keinen Vollstreckungsauftrag in der Tasche gehabt. Es sei nur um eine Klärung der Hintergründe der ausstehenden Zahlung gegangen, sagte Busch, räumte aber ein, dass der Text des Ankündigungsschreibens habe „missverständlich aufgefasst werden können“. Bei der Sitzung appellierte er an den Verein, „das Tischtuch nicht zu zerreißen“. Bärbel Seehusen (SPD) sei bereits auf ihn zugekommen, um eine Veränderung in der Arbeitsgruppe herbeizuführen. „Ich habe die Initiative ergriffen, weil wir nichts zu Stande gebracht haben und dann gefrustet auseinander gegangen sind“, erklärte Seehusen.

Vereinsspitze und Gemeinde streiten seit längerem über Zuschüsse und die Umsetzung von Absprachen. Auslöser ist nach Überzeugung von Torsten Appel der 2012 beschlossene Nutzungsvertrag für die Sportanlage am Jahnweg. Damals trug der CDU-Gemeindevertreter noch Verantwortung im TSV und stimmte einer Streichung des vertraglich zugesicherten jährlichen Fördergeldes zu. Man hatte sich geeinigt, diesen Zuschuss künftig auf einfache Anforderung auszuzahlen. „Wir waren so naiv zu glauben, dass die Anträge durchgewunken werden“, sagte Appel rückblickend.

Piutti kritisierte den Umgang mit diesen Anträgen: Schon 2016 seien Gelder für 2015 erst nach Rücktrittsdrohungen des Vorstandes kurzfristig zugesagt worden. Nun habe man 5000 Euro für 2016 beantragt, aber der Finanzausschuss habe nur 4500 Euro für 2017 gewährt. Schon bei der Amtsübernahme habe ihr Appel erklärt, es seien jährlich mindestens 5000 Euro nötig.

In die Diskussion schaltetet sich auch Jörg Henkel, Vorsitzender des TSV Neustadt und Schönwalder Neubürger, ein. Es sei nicht Aufgabe des TSV, eine Sportanlage vorzuhalten, das müsse die Gemeinde, betonte Henkel. Die Förderung des Sports sei in der Landesverfassung festgelegte Pflicht der Gemeinde. Seine Warnung an die Gemeindevertreter: „Sie sind auf dem besten Wege, den TSV zu verlieren.“

Fußball-Obmann Christian Köppen schlug vor, einen Außenstehenden wie den Vorsitzenden des Kreissportverbandes, Rolf Röhling, zu Rate zu ziehen. „Beim Fußballverband lachen die mich schon aus, wenn ich mal wieder ein Spiel absagen muss“, berichtete Köppen. Er verliere daher langsam die Lust und der TSV seine Fußballabteilung.

Bürgermeister Hans-Alfred Plötner (CDU) appellierte an die Gesprächsbereitschaft des TSV-Vorstands. Ihm antwortete die 2. Vorsitzende Anja Kröger unmissverständlich: „Wir haben jetzt den Cut gemacht.“ Die Gemeinde sei am Zuge, dem TSV ein Vertragsangebot zu machen.

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