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Ostholsteiner Anzeiger

24. Oktober 2017 | 14:03 Uhr

TSV Plön integriert Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 20.Nov.2015 | 00:37 Uhr

„Sport schafft, unabhängig von der Sprache, Nähe. Das ist ein guter Weg Hemmnisse und Scheu zu nehmen“, lobte Plöns Landrätin Stephanie Ladwig die neue Aktion des TSV Plön. Zukünftig will der Verein den Flüchtlingen der Gemeinschaftsunterkunft des Kreises eine sportliche Heimat durch die Nutzung der vielfältigen Sportangebote ermöglichen.

„Mit der neuen Welle an Schutzsuchenden will der TSV ein Zeichen setzen, dass die Menschen hier willkommen sind“, so der TSV-Vorsitzende Dieter Willhöft. Er übergab als Symbol für das künftige Miteinander einen Fußball-Kicker-Tisch.

Zurzeit nutzen zehn bis 15 Flüchtlinge das TSV-Angebot in den Sparten Fußball, Klettern und Boxen. Aber auch Kinder von Flüchtlingsfamilien, die in Plön leben, sind willkommen. Dazu werden die ehrenamtlichen Betreuer umfassend informiert, und auch ein Flyer in verschiedenen Sprachen macht auf die Möglichkeiten aufmerksam.

Seit Jahren engagiert sich der Verein in der Flüchtlingsarbeit – anfangs in der Boxsparte. Hier begann auch Artur Maslimov aus Aserbaidschan, der 2003 beim TSV mit dem Boxtraining begann. „Ich habe ein familiäres Miteinander erlebt“, sagte Maslimov, der heute als Box-Kampfrichter aktiv und Plön erster Feuerwehrmann mit Migrationshintergrund ist.

Der 27-Jährige fungiert als ehrenamtlicher Kümmerer und übernimmt die Aufgabe als Schnittstelle zwischen dem TSV Plön und den sportlich interessierten Flüchtlingen.

Die sportlichen Interessen fragt Martina Bergmann, Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft, bei ihren Erstgesprächen mit neuen Bewohnern ab. Derzeit leben 46 junge Männer in der Unterkunft – darunter Profi-Fußballer aus dem Irak.

„Wo sonst als im Sport kann Integration funktionieren“, betonte Bernd Küpperbusch, LSV-Vorstandsmitglied und Vorsitzender der Steuerungsgruppe „Sport für alle – Sport für Flüchtlinge“. Landesweit stünden die rund 2600 Sportvereine dem Thema positiv gegenüber und seien aktiv, um Flüchtlinge zu begleiten.

Plöns Bürgermeister Jens Paustian und der Vorsitzende des Kreissportverbands, Sven Thode, begrüßen die Initiative des TSV Plön. Kreisweit seien die Vereine aktiv. „Der TSV Plön hat hier eine Vorreiterrolle übernommen“, lobt Thode. Zudem werde in Preetz eine deutsch-syrische Tischtennis-Mannschaft gegründet. Und in Lütjenburg würden mit Blick auf die Nutzung der ehemaligen Kaserne als Flüchtlingsunterkunft Gespräche zur sportlichen Integration geführt, so der KSV-Vorsitzende.  


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