„Trotz Rekord maßvoll bleiben“

Ingo Gädechens hatte zum Strandkorbgespräch nach Niendorf geladen.
Ingo Gädechens hatte zum Strandkorbgespräch nach Niendorf geladen.

Bundestagsabgeordneter Ingo Gädechens traf durchweg gutgelaunte Tourismus-Akteure zum traditionellen Strandkorbgespräch

shz.de von
07. August 2018, 13:10 Uhr

Strandkörbe sind an der Ostsee gegenwärtig fast immer ausgebucht. Das erfuhr auch der ostholsteinische Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens (CDU), der die regionalen Verantwortlichen aus der Tourismusbranche zum Strandkorbgespräch 2018 geladen hatte. Immerhin fand er nach einiger Suche im Hotel Atlantic in Niendorf noch einen passenden Termin für seine traditionelle Gesprächsrunde.

Ausreichend Strandkörbe hatte Stephan Muuss zur Verfügung gestellt, dessen Hotel in der siebenten Generation geführt wird. Er berichtete von einer guten Auslastung und Stimmung. „Und die Stammgäste haben bereits für das nächste Jahr gebucht“, teilte er bei der Begrüßung mit.

Auch Andreas Leicht, Geschäftsführer des Hansa-Parks, berichtete, dass dieses Jahr noch besser laufe als das vergangene. „Das liegt auch an der Vollauslastung des Hinterlandes“, erklärte er. Ein „hohes Niveau“ bei den Übernachtungszahlen in Timmendorfer Strand bestätigte Silke Szymoniak, die den Kurdirektor Joachim Nitz vertrat. „Das ist bei der bestehenden Bettenzahl kaum noch ausbaufähig“, erklärte sie.

Ingo Gädechens wies auf das vergangene Jahr hin, das schon „absolut positiv“ verlaufen sei. „Aber 2018 wird ein noch besseres Jahr“, betonte er. „Die Buchungslage ist vollkommen positiv zu bewerten.“

Selbstverständlich gebe es regionale und örtliche Unterschiede, wie die einzelnen Touristiker feststellten. Ubbo Voß (Großenbrode) erinnerte daran, dass der Ort einen deutlichen Rückstand in der Basis-Infrastruktur habe. „Es wurde lange nichts gemacht“, sagte er. „Doch wir versuchen aufzuholen.“ Er berichtete von verschiedenen Vorhaben, die man fertig stellen wolle, bevor die Feste Fehmarnbeltquerung in Bau gehe, von der Großenbrode durch die Hinterlandanbindung betroffen sein werde.

In Malente liege man derzeit noch zurück, erklärte Anke Rädel. Doch durch die neue Eigenverantwortung im Tourismus werde man aufholen können. Zudem gebe es auch in der Politik eine Aufbruchstimmung.

Lars Widder (Grömitz) schilderte eine Hotelplanung am Yachthafen in Grömitz. Es gebe dafür verschiedene Konzepte. „Grömitz ist Tourismus pur“, betonte er. „Die Gemeinde lebt seit Jahrzehnten davon.“

Manfred Wohnrade (Heiligenhafen) berichtete von einer Einwohnerbefragung zum Tourismus. Die Stadt habe sich deutlich positiv entwickelt, aber es gelte nun auch, die Parkplatzsituation und die Verkehrslenkung zu verbessern. Dabei wolle man die Meinung der Einwohner berücksichtigen.

Katja Lauritzen vom Ostsee-Holstein-Tourismus stellte fest, dass die einzelnen Orte die „Keimzelle der Entwicklung“ des Tourismus in der Region seien. Man solle sich auch künftig die Frage stellen, was die einzelnen Orte brauchten und wo Entwicklungsbedarf sei.

Dauerthemen wie Autobahnbaustellen und Fachkräftemangel wurden ebenfalls berührt. „Irgendwann muss ja gebaut werden“, meinte Gädechens. „Aber es belastet natürlich die Autofahrer.“. Andreas Leicht äußerte den Wunsch, dass es mehr Baustellen geben müsste, in denen ganztägig und sieben Tagen die Woche gearbeitet werde. Damit könnten diese Baustellen schneller fertig gestellt werden.

Das Problem Fachkräftemangel bedauerten alle Beteiligten. „Man muss dabei Respekt vor den Menschen haben, die in der Gastronomie arbeiten“, betonte Ubbo Voß. Wichtig sei eine gute Bezahlung und die Verfügbarkeit von Wohnraum für die Mitarbeiter, dann könne man das Problem lösen.

Bei aller positiven Entwicklung im Tourismus müsse man in allen Dingen maßhalten, betonte Andreas Leicht. Alle Beteiligten sollten sich darüber verständigen und immer wieder diskutieren, was „vernünftig“ sei. „Und die Wertschöpfung muss auch in die jeweiligen Orte hineingebracht werden“, stellte Andreas Leicht weiter fest.

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