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Trauriger Rekord bei Brot- und Brötchenprüfung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Nur sechs von 38 Bäckereien aus dem Bezirk Ostholstein-Plön der Bäcker-Innung Nord beteiligten sich

von
erstellt am 16.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Eigentlich hätte Bäcker Hans-Peter Klausberger gestern allen Grund zur Freude gehabt: Von den elf Sorten, die er zur zweitägigen Brötchen- und Brotprüfung des Bezirks Ostholstein-Plön der Bäcker-Innung Nord im Eutiner Famila-Markt eingereicht hatte, erhielten acht die Note „sehr gut“ und die übrigen drei „gut“. Trotzdem hatte Klausberger Sorgenfalten auf der Stirn. „Von den 38 Innungs-Betrieben aus Ostholstein und Plön haben nur sechs an der freiwilligen Prüfung teilgenommen, davon war kein einziger aus Plön.“ Damit sei ein bislang unerreichter Tiefstand erreicht. Er sei ratlos angesichts der schwachen Teilnahmebereitschaft.

„Viele Bäcker haben einfach Angst vor einer schlechten Bewertung“, meinte Seniorchef Manfred Klausberger. Sein Sohn ist da anderer Ansicht. „Für die Bäcker ist diese Prüfung einmal im Jahr eine hervorragende Standortbestimmung der Qualität ihrer Brötchen und Brote, zumal sie die Bewertung und Verbesserungsvorschläge des Prüfers nur für interne Zwecke nutzen können und nicht öffentlich machen müssen.“ Insofern könne jeder teilnehmende Betrieb nur gewinnen. Das stimmt, pflichtet ihm Prüfer Michael Isensee vom Institut für Qualitätssicherung des deutschen Bäckerhandwerks (IQBack) bei. Er beurteilte die 56 Brote und 33 Brötchen nach Aussehen, Geruch, Geschmack, durch Fühlen an der Krume und – bei Bröt-chen – dem Geräusch beim Drücken, um die Knusprigkeit zu bewerten. Die Ergebnisse sind durchaus vorzeigbar. „Sie liegen im bundesweiten Vergleich im oberen Drittel: 62 der 89 Proben waren sehr gut, 18 gut und neun zufriedenstellend.“ Veröffentlicht werden jedoch nicht alle Ergebnisse.

„Im Internet tauchen lediglich die guten und sehr guten Bewertungen auf, da nur dafür ein Zertifikat vergeben wird.“ Und ein solches sollte laut dem 51-jährigen Bäckermeister aus der Region Lehrte jeder Betrieb anstreben. „Eine Auszeichnung als Qualitätsmerkmal hilft den Betrieben sicher weiter, um in der harten Konkurrenzsituation am Markt bestehen zu können.“ Diese habe sich erheblich verschärft, seit Discounter Brot und Brötchen verkaufen. „Preislich haben die Bäckereien keine Chance dagegen, deshalb müssen sie mit der Qualität punkten“, erläuterte Isensee.

Gleicher Meinung ist Hans-Peter Klausberger. „Für jedes hier zur Bewertung eingereichte Brot oder Brötchen zahlt der Bäcker zehn Euro, aber das Geld ist gut investiert, da jeder individuelle Anregungen zur Produktverbesserung bekommt.“ Diese haben auch Klausberger und die übrigen Bäcker bekommen, die sich der Prüfung gestellt haben. „Die Vorschläge nehmen wir uns zu Herzen und setzen sie um“, sagte Hans-Peter Klausberger. „Sonst hätte unsere Bäckerei bei der Prüfung vermutlich nicht so tolle Noten bekommen.“

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