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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 19:30 Uhr

Tischtennis : Traumziel: Nationalmannschaft

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Bundestrainer für den Nachwuchs, Jörg Bitzigeio, motiviert im Sport- und Bildungszentrum Tischtennistrainer für die Talentförderung.

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erstellt am 19.Aug.2014 | 08:52 Uhr

„Wer von euch hat sich bei seinen Schützlingen schon einmal gedacht, dass er sie für die Nationalmannschaft ausbilden will?“, stellte Jörg Bitzigeio die Eingangsfrage im Workshop für Tischtennis-Trainer im Sport- und Bildungszentrum in Bad Malente-Gremsmühlen. Der Tischtennis-Bundestrainer im Bereich Nachwuchs will mit dieser Frage die anwesenden Trainer zum Nachdenken anregen. „Da ich für die Talentsichtung zuständig bin, ist es für mich wichtig, dass die Trainer diesen Traum teilen. Was gibt es Größeres für einen Trainer, als den Erfolg seines Spielers?“

Der 37jährige Jörg Bitzigeio weiß, wovon er spricht, denn er gehört zu den erfolgreichsten deutschen Tischtennis-Trainern. Von 2005 bis 2012 trainierte er die Damen- und Jugendnationalmannschaft. 2009 führte er Wu Juaduo zum Europameistertitel. Bei der Weltmeisterschaft 2010 in Moskau errang seine Damen-Mannschaft die Bronzemedaille. 2011 gewann sein Schützling Iren Ivancan die Silbermedaille.

Seit 2012 ist der Erfolgstrainer Nachwuchs-Bundestrainer. Alena Lammer wurde unter seiner Ägide zweifache Europameisterin der Schülerinnen.

Bitzigeio suchte die Diskussion mit den Teilnehmern. „Der Austausch mit den Trainern ist mir sehr wichtig. Ziel des Workshops ist es, dass die Trainer im Umgang mit den Spielern dazulernen. Jeder lehrt nach besten Wissen und Gewissen, doch oftmals fehlt es den Trainern an der nötigen Fortbildung. So haben die Spieler Defizite und wir müssen das reparieren. Mit dem Workshop können wir qualitativ fortbilden und die Lehrmethoden der Trainer verbessern“, erklärte Bitzigeio.

Die 20 Teilnehmer – allesamt Trainer mit B- und C-Lizenz – aus verschiedenen Bundesländern sahen das genauso. Claudia Ließ ist Jugendtrainerin beim TuS Wadersloh in Nordrhein-Westfalen. „Ich hoffe, dass ich mehr über die Talentförderung lerne und bin gespannt auf alle Neuigkeiten, die ich hier erfahre.“, so Ließ. Lars Müller aus Chemnitz hofft auf eine Erweiterung der Grundlagen. „Ich werde sicherlich nach diesem Seminar viel weitergeben können, da wir so einen hochkarätigen Dozenten haben“, meint der Sachse. Auch der Schatzmeister des Hamburger Tischtennisverbandes, Peter Dietterle vom TSV Sasel, freute sich über den Austausch mit einem Bundestrainer. „So ein Seminar gibt viele Impulse. Wir versuchen möglichst viele Seminare zu besuchen“, so Dietterle.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Verband Deutscher Tischtennistrainer. Der VDTT zählt mehr als 1300 Mitglieder und hat sich zum Ziel gesetzt, als Interessenverband, Trainer fortzubilden und den Tischtennissport weiterzuentwickeln. Der VDTT arbeitet mit den Landesverbänden zusammen und agiert bundesweit. „Die Qualität der Fortbildung hängt von den jeweiligen Ländern ab und dort wiederum von der Anzahl der Tischtennisvereine. Es gibt über 8000 Amateurtrainer in Deutschland. Nur wenige werden Vollprofi. Wir wollen mit den Workshops die Ausbildung der Trainer verbessern. Deshalb versuchen wir auch immer, Tischtennisgrößen als Referent zu gewinnen“, erklärte Markus Reiter, A-Lizenztrainer und Vertreter des VDTT während des Workshops.

Die Teilnehmer und der Dozent waren am Freitag in bester Laune. Es wurde viel gelacht und gefachsimpelt. Bitzigeio strahlte während seiner Lehrstunden Energie und Dynamik aus. Wenn die Teilnehmer diese Energie in die Vereine tragen, leben sie vielleicht wirklich einmal den Traum, von dem Bitzigeio eingangs sprach: Einen eigenen Schützling zum Tischtennis-Nationalspieler auszubilden.

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