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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 01:18 Uhr

Trammer begehren gegen Baugebiet auf

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürgerinitiative will die geplante Ausweisung von über 60 Bauplätzen verhindern

Ein seit vielen Jahren diskutiertes Baugebiet „Trammer See“ der Stadt Plön und der Gemeinde Rathjensdorf will eine große Mehrheit der Bewohner des Ortes Tramm verhindern. Nach einer Unterschriften-Sammlung, bei der sich mehr als zwei Drittel der Dorfbewohner gegen eine Ausweisung von gut 60 Baugrundstücken westlich der B  76 aussprachen, formierte sich im Juni eine Bürgerinitiative „Dorf Tramm“. 23 Trammer hätten die Gründungsurkunde unterschrieben, sagt die Sprecherin der Bürgerinitiative, Michaela von Bargen.

Unterschriftenlisten mit der Forderung, auf die Ausweisung des Baugebietes zu verzichten, hatte Michaela von Bargen während einer Sitzung der Gemeindevertretung am 27. Juni dem Rathjensdorfer Bürgermeister Uwe Koch und bei einem Treffen mit dem Plöner Bürgermeister Lars Winter am 28. Juni übergeben.

Gegen das ehemals unter dem Namen „Seewiesen“ konzipierte interkommunale Baugebiet hätten Kreisverwaltung, Naturschutzbehörden und -verbände sowie viele Bürger bereits schwerwiegende Argumente geäußert, sagt van Bargen. Daneben mache die Bürgerinitiative geltend, dass Tramm ein historisch gewachsenes Dorf mit derzeit 23 Häusern sei. Bei einer Ausweisung von über 60 Grundstücken würde es seiner dörflichen Identität beraubt und zu einem Vorort von Plön werden.

Tramm sei durch eine recht enge, teils kurvige und mangelhafte Straße „Am See“ von der B  76 erschlossen. Die vorgelegte Planung sehe nur eine minimale Verschwenkung und eine Fortführung der Straße auf der alten Trasse vor. Dem Baustellenverkehr und erhöhtem Verkehrsaufkommen durch Neubürger sei die Straße in keiner Weise gewachsen.

Im vorliegenden Entwurf sei die Straße „Am See“ als „anbaufrei“ vorgesehen, was zu Gunsten einer Verkehrsberuhigung eher kontraproduktiv zu werten sei. Des Weiteren stelle sich die Frage, wie der Anschluss an die B  76 gestaltet werden solle, damit die zu erwartenden zusätzlichen Fahrzeuge sich nicht in den Stoßzeiten bis ins Dorf stauen. Schon jetzt fordere es oft Geduld, auf die B  76 zu gelangen.

Das derzeitige Ver- und Entsorgungssystem des Dorfes Tramm müsste im Falle eines Baugebietes insgesamt erneuert werden. Das Baugebiet müsste, da das Dorf Tramm derzeit einen eigenen Brunnen betreibe, ans Plöner Wassernetz angeschlossen werden. Wer trage dafür die Kosten? „Und droht den Trammern ein Zwangsanschluss?“

Die im Bebauungsplan vom 20. Juli 2016 enthaltene Prognose zur Bevölkerungsentwicklung gehe von einem Anstieg der Einwohnerzahl bis 2020 durch hohe Zuwanderung aus, danach sei mit einem Einwohnerrückgang besonders in den Kreisen Plön und Dithmarschen zu rechnen. Van Bargen: „In dem Moment, in dem mit dem Verkauf und der Erschließung erst richtig begonnen werden kann, ist also der Bedarf bereits nicht mehr aktuell.“

Rathjensdorf brauche zweifelsfrei Neubürger. Fraglich sei aber, ob es nicht möglich wäre, 21 Grundstücke günstiger und mit weniger Folgen für Mensch und Natur im Ort Rathjensdorf auszuweisen, in dem auch der Kindergarten ist.

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erstellt am 14.Jul.2017 | 14:45 Uhr

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