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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 14:33 Uhr

Trainer für die Technik

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Olympiasieger Christian Klees ist Co-Trainer des Luftgewehr-Bundesligisten SB Freiheit Osterode

shz.de von
erstellt am 18.Apr.2015 | 10:38 Uhr

Wenn die Zuschauer in der Lindenberghalle in Osterode im Harz in der 1. Bundesliga der Luftgewehrschützen ihre Mannschaft mit „La Ola“ feiern, gehört Christian Klees dazu. Der Eutiner, der 1996 in Atlanta die Goldmedaille im Kleinkaliber-Liegendschießen gewonnen hat, ist seit 2013 Co-Trainer bei der Schützenbruderschaft Freiheit. „Christian Pinno kenne ich seit 1000 Jahren“, sagt der 46-Jährige. Und so wurde aus einer Einladung zum Bundesligawettkampf unter alten Sportfreunden eine erfolgreiche Verbindung.

Die SB Freiheit hat sich im Luftgewehrschießen in der deutschen Leistungsspitze etabliert. Dabei hat sich der Sport grundlegend verändert. „Da geht es laut zu, die Teams reisen zum Teil mit Bussen an und bringen ihre Schlachtenbummler mit, die mit allem Lärm machen, was sie mitgebracht haben“, berichtet Christian Klees. Er hat nach seinem Abschied bei den Eutiner Sportschützen eine lange Pause eingelegt. „Die Pause hat mir gut getan, ich brauchte Abstand“, sagt Klees heute.

Sportlich hat er sich in den Jahren dem Fußball gewidmet, bei den Alt-Herren-Fußballern des Bosauer SV mitgekickt, sich dort auch in der Jugendarbeit engagiert. „Das war etwas ganz anderes und hat viel Spaß gemacht“, blickt er zurück. Inzwischen spielt der Schießsport wieder eine größere Rolle. „Wir haben eine Mannschaft mit jungen Schützen, die sich sehr gut entwickelt. Alle haben ein sehr hohes Grundniveau“, meint der erfahrene Sportschütze. Die SB Freiheit hat auf Position Nummer 1 den Olympiasieger mit dem Luftgewehr, Alin Moldoveanu, außerdem gehören unter anderem Juniorenweltmeisterin Jolyn Beer, der 13fache Deutsche Meister Christian Höfs als Mannschaftskapitän, die Inhaberin der deutschen Rekordes, Martina Prekel, und Patricia Piepjohn, deren Sport-Vita sieben Deutsche Meistertitel aufweist, zum Team.

Bei den Sportschützen geht es anders zu als bei anderen Sportarten, wie dem Fußball, bei dem sich die Mannschaft mehrmals pro Woche zum Training trifft. Die Athleten der SB Freiheit sind weit verstreut, die meisten kommen aus Norddeutschland, Norderstedt, Münster und Hannover. Das heißt: In der Regel trainieren die Schützen zu Hause, haben Trainingspläne im Schützenkoffer, die sie gewissenhaft abarbeiten. Sie treffen sich im Durchschnitt zweimal pro Monat an anderen Orten, das Team aus Osterode dann meistens in Hannover.

Die Saison läuft von Oktober bis Februar. Der SB Freiheit war in der Serie 2014/15 in der Liga erfolgreich, schaffte den Sprung unter die besten acht Teams und unterlag beim Bundesligafinale in Rotenburg an der Fulda zum Auftakt im Viertelfinale dem späteren Deutschen Meister SG Coburg mit 2:3. „Wir müssen uns vor keinem verstecken“, weiß Klees. Er achtet im Training in erster Linie auf die Technik. „Der Anschlag muss stimmen, das Gewehr muss auf den Schützen abgestimmt sein und auch die Sportkleidung muss passen“, zählt Christian Klees auf. Aber er weiß auch: „Das Entscheidende spielt sich im Kopf ab.“

Die Schützenbruderschaft Freiheit gehöre in der Bundesliga zu den eher langsamen Mannschaften. Bei einem Wettkampf muss jeder Athlet ein Programm von 40 Schuss absolvieren, für die er 45 Minuten Zeit hat. „Wir wollen versuchen, dass wir mehr Tempo reinbekommen, ohne dass wir an Treffsicherheit verlieren“, hat sich Christian Klees vorgenommen.

Das Saisonziel für 2015/16 steht bereits fest. Auch da wollen die Sportschützen aus dem Harz den Endkampf der besten acht Mannschaften erreichen. Christian Klees versteht sich mit Christian Pinno ausgezeichnet, der in Osterode als Trainer des Jahres zur Wahl steht: „Der hat’s drauf. Wenn ich heute noch aktiv wäre, dann nur mit Christian Pinno als Trainer“, schwärmt er von den fachlichen Vorzügen des Chefcoaches.

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