Prof. Heiner Mohnheim ist Vorsitzender : Trägerverein stellt Weichen für neue Bahnstrecke von Lütjenburg nach Malente

Die Bürgermeister aus Malente, Tanja Rönck, und Lütjenburg, Dirk Sohn, finden Gefallen an den Plänen.
Die Bürgermeister aus Malente, Tanja Rönck, und Lütjenburg, Dirk Sohn, finden Gefallen an den Plänen.

Es geht um die Reaktivierung der Bahnstrecke Lütjenburg und dem neuen „Knotenpunkt“ in Malente.

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13. September 2020, 17:40 Uhr

Lütjenburg/Malente | Die Weichen für die Reaktivierung der stillgelegten Bahnstrecke Malente-Lütjenburg sind gestellt. Am Samstag gründete sich formell der Verein „Schienenverkehre Malente-Lütjenburg e.V.“ unter reger Beteiligung potenzieller Mitglieder, der Bürgermeisterin von Malente, Tanja Rönck, und dem Lütjenburger Bürgermeister Dirk Sohn. Aus einer vom Fahrgastverband Pro Bahn initiierten Potentialanalyse wurde ein Arbeitskreis und daraus nun ein Trägerverein mit dem Ziel, die 1976 stillgelegte Bahnstrecke wieder in Betrieb zu nehmen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Mit der Vereinsgründung sind nicht nur die aktuellen Bemühungen zum Erhalt der Bahnstrecke in eine dauerhafte organisierte Form gebracht worden. Die Region hat damit nun auch eine Stimme für ihre Bahnstrecke. In den vergangenen Monaten habe sich gezeigt, dass sich viele Menschen den Erhalt und die Reaktivierung der Bahnstrecke wünschen, so der nun zum ersten Vorsitzenden gewählte Verkehrsexperte Prof. Heiner Mohnheim.

Das wird ein Leuchtturm für die Region sein mit der Betonung: seht mal, es geht Tanja Rönck, Bürgermeisterin in Malente-Gremsmühlen
 

„Das wird ein Leuchtturm für die Region sein mit der Betonung: seht mal, es geht“, so Malentes Bürgermeisterin Tanja Rönck. Viele stünden „mit Herzblut dahinter“. Auch wenn Heiner Mohnheim noch offen von einer „Herkules-Aufgabe“ spricht, die über die Jahre zugewachsene Strecke nun zunächst einmal wieder freizuschneiden. Die Strecke sei doch sehr verkommen, wie er es formulierte. Der dauerhafte rechtliche und physische Erhalt der Strecke ist das eine Ziel des Vereins, die Reaktivierung in einem Stufenkonzept das andere. In jedem Fall „muss Lütjenburg wieder an die Schiene ran“, so Mohnheim. Deshalb sei es wichtig, mit den Kommunen an den Endpunkten, sprich Malente und Lütjenburg, wie auch entlang der Strecke und den Kreisen eng zusammenzuarbeiten. Mit NahSH (Nahverkehrsgesellschaft) des Landes habe man bereits sehr gute Gespräche initiiert. Zudem sei ein Gutachten kurz vor der Fertigstellung: zu den Kosten und dem Potential der Strecke, um allen Beteiligten eine solide Grundlage für Entscheidungen zu geben. Denn „die Schiene allein bringt es nicht, ein Anschluss mit Bussen zur Ostsee ist ebenso notwendig“. Dazu sei ein Bus-Schienen-Konzept notwendig.

Erklärtes Ziel ist die ganzjährige Anbindung der 17 Kilometer langen Strecke

Zunächst setzt der Verein auf ein sogenanntes Stufenkonzept, das sich schon in anderen Teilen der Bundesrepublik bewährt habe. In einem ersten Schritt könnte nach dem Freilegen der Strecke diese saisonal von einem Draisinenverkehr als touristische Attraktion genutzt werden. Im nächsten Schritt könnten dann historische Schienenbusse zum Einsatz kommen, wie sie schon bei den Eisenbahnfreunden in Neumünster zu finden seien. Die nächste Stufe wäre dann ein touristischer Schienenverkehr in Zusammenarbeit mit dem Öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV) in der Saison und zuletzt die ganzjährige Anbindung der 17 Kilometer langen Strecke über NahSH mit entsprechender Leit- und Sicherungstechnik mit der Notwendigkeit der Wiederherstellung der Weichenverbindung zur Strecke Kiel – Lübeck in Malente. Dies könnte und sollte mit elektrisch fahrenden Akku-Hybrid-Triebwagen umweltfreundlich und klimaschonend erfolgen. Malente wäre in dieser Struktur eine Art „Knotenpunkt“ dieser reaktivierten Strecke.

Positiv zu vermerken sei, dass das Land in Kooperation mit NahSH an einer Machbarkeitsstudie arbeite und auch dafür einen Großteil der Kosten in Höhe von 50.000 Euro übernehmen will. Dem neuen Vorstand gehören neben Prof. Heiner Mohnheim auch Sven Ratjens, Bente Grimm Martin Steffen als Vertreter sowie Manuel Mühlhan als Kassenwart an.

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