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Gemeinde Süsel : Tradition und Spaß prägen den Feuerwehrtag in Röbel

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ortswehr feiert 120-jähriges Bestehen mit Spielen statt Wettkämpfen bei einem Gemeindefeuerwehrtag.

von
erstellt am 28.Jun.2015 | 11:20 Uhr

Die Freiwillige Feuerwehr Röbel hat am Wochenende unter großer Publikumsbeteiligung ihr 120-jähriges Bestehen gefeiert und dazu nach fünf Jahren Pause wieder einen Gemeindefeuerwehrtag ausgerichtet. Zu dessen Programm gehörten am Sonnabend ein Wettkampftag für die neun Wehren und drei Jugendwehren sowie am Freitagabend die Jahresversammlung der Gemeindewehr im Festzelt.

Der Umzug durch Röbel, angeführt vom Spielmannszug der Gemeindefeuerwehr, geriet in Umfang und Anklang eindrucksvoll. Der wegen der Sperrung der B 76 stark strömende Verkehr bereitete keine Probleme, er wurde durch Polizei- und Feuerwehrkellen geordnet.

Gemeindewehrführer Kai Nagel zeigte sich bei der Begrüßung der fast 200 Feuerwehrangehörigen erfreut, dass seit 2010 erstmals wieder ein Gemeindefeuerwehrtag stattfinde: „Früher rissen sich die Wehren darum, heute wird das alles schwerer. Es fehlen in den Dörfern oft große freie Flächen, auch die Kostenabwägung spielt eine Rolle.“

Der Röbeler Ortswehrführer Rolf Müller betonte: „Wir haben Wert darauf gelegt, dass an diesem Tag Spiel und Spaß im Mittelpunkt stehen. Den früher üblichen Maschinistenwettkampf haben wir aufgegeben, auch wegen der Unfallverhütungsvorschriften.“ Er dankte allen Helfern, besonders den Frauen des Dorfes für ihre Backkünste. Auch die Röbeler Jugendwartin Michaela Uchneytz war zufrieden: „Besonders die Jugendwehren brauchen solche Höhepunkte.“

Beim Schlauch-Wettkampf der Jugendwehren siegte Röbel I vor Süsel I und Süsel II. Hingucker fürs Publikum waren die Unterhaltungsspiele: Wasserbecher auf dem Kopf balancieren, Slalomlaufen und Marschieren mit aneinander geketteten Füßen, auf einer Holzplatte Wasserbecher über Hindernisse transportieren. Bei der Erwachsenen gingen die meisten Punkte an die Wehr Gömnitz vor Kesdorf und Röbel. Bei den Jugendwehren lag Süsel I an der Spitze vor Röbel I und Zarnekau.

In der Mitgliederversammlung am Freitagabend berichtete Gemeindewehrführer Kai Nagel, dass sich die Zahl der Aktiven in Süsels Wehren im vergangenen Jahr um zehn auf 235 verringert habe. Darüber hinaus gebe es 75 Mitglieder in der Reserve und 50 in den drei Jugendwehren. Mit 87 Einsätzen liege ein ruhiges Jahr hinter den neun Ortswehren, im Jahr vorher waren es 93.

Wehrführer Rolf Müller warf einen komprimierten Blick auf 120 Jahre Freiwillige Feuerwehr in Röbel, die 1895 zunächst gemeinsam mit den Orten Zarnekau und Bockholt gegründet worden war. 1907 hatten sich die Zarnekauer selbstständig gemacht, 1912 die Bockholter. Müller erinnerte an eine Partnerschaft, die Röbel 1988 und damit vor der Wende mit der Wehr im mecklenburgischen Zierzow begründet habe - und die immer noch gepflegt werde.

Bürgermeister Holger Reinholdt äußerte die Hoffnung, dass die Tradition der jährlichen Gemeindefeuerwehrtage wieder aufgenommen werde. Sie seien, wie auch Andreas Riemke als Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes sagte, eine Gelegenheit, in der Öffentlichkeit Werbung für die Wehren zu machen.

Reinholdt bilanzierte die Leistungen der Gemeinde für den Brandschutz, dieses Jahr stünden 510000 Euro für ein Gerätehaus in Röbel im Etat, außerdem erhielten Fassensdorf und Süsel neue Einsatzfahrzeuge. Reinholdt: „Ich kenne kein Jahr, in dem die Gemeinde so viel für Brandschutz geplant hat.“

Edgar Freidel vom Autorenteam der Dorfchronik überreichte Feuerwehr und Spielmannszug jeweils 200 Euro aus dem Verkaufserlös der 2014 veröffentlichten Chronik, die Jugendwehr erhielt einen Gutschein für einen Ausflug in den Malenter Hochseilgarten.

Befördert wurden am Ende der Versammlung Mike Cassel, Matthias Schulz, Andre Sattler und Uwe Hinrichsen. Das Brandschutzehrenzeichen in Gold für 40 Jahre Feuerwehrdienst erhielten Arno Niemann und Hans-Peter Siewert, das Ehrenzeichen in Silber (25 Jahre) bekamen Martina und Stefan Grell, Carola Picht und Stephan Schlichting. Für 70 Jahre Treue zur Wehr wurde Jens Latendorf geehrt, für 50 Jahre Hans-Martin Harrer, Lothar Gronau und Werner Draheim.

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