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Ostholsteiner Anzeiger

24. November 2017 | 21:38 Uhr

Touristische Ahnungslosigkeit

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 19.Sep.2015 | 16:49 Uhr

Tourismusförderung ist Wirtschaftsförderung. Die Gleichung sollte jedem Politiker geläufig sein. Ist es am Bungsberg aber nicht: Wenn Schönwaldes SPD-Sprecherin erklärt, der Bungsberg werbe für sich selbst, und der Fraktionschef der Kasseedorfer WUB fehlende touristische Infrastruktur beklagt, dabei aber nach dem Sinn von Wanderwegen fragt, muss man schlicht von „Selbstüberschätzung“ oder „völliger Ahnungslosigkeit“ ausgehen. Wer glaubt, im heiß umkämpften Tourismusmarkt als Einzelkämpfer erfolgreich zu sein, oder wer meint, Angebote entstünden ohne Nachfrage, wird eines Besseren belehrt werden. Wenn Politiker lieber Blumentöpfe im Dorf statt professionelles Tourismusmarketing wollen und in Infrastruktur erst dann investieren wollen, wenn die ersten Cafés schon eröffnet haben, dann stellen sie das Prinzip der Wirtschaftsförderung auf den Kopf. Nur dort, wo es Gäste hinzieht, wird sich entsprechendes Gewerbe ansiedeln.
Beim Ansinnen der Schönwalder SPD, erst der Aktivregion und nun der Tourismuszentrale den Rücken zu kehren sowie dem Abwinken Kasseedorfs in Richtung Naturpark, denkt man an Schillers Trauerspiel von den Räubern: „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.“

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