Holsteinische Schweiz : Tourismuszentrale legt Denkpause ein

Die schöne Welt des Internetauftritts verrät nicht, dass es hinter den Kulissen der Tourismus-Agenturen kriselt.
Die schöne Welt des Internetauftritts verrät nicht, dass es hinter den Kulissen der Tourismus-Agenturen kriselt.

Akteure in der Holsteinischen Schweiz warten nach dem Austrittsbeschluss von Malente auf Vorgaben des Landes für engeren Zusammenschluss.

shz.de von
12. Juni 2014, 04:00 Uhr

Eine gemeinsame Vermarktung aus einer Hand für die Tourismusorte der Holsteinischen Schweiz: Dieses Ziel sollte einmal mit der 2010 gegründeten Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZHS) verwirklicht werden. Doch der Integrationsprozess erweist sich nicht nur als ausgesprochen zäh. Er hat mit dem beabsichtigten Austritt der Gemeinde Malente zum Ende des Jahres 2015 aus dem noch sieben Kommunen umfassenden Tourismus-Bund einen herben Dämpfer erhalten.

Ob und wann die Tourismuszentrale auch die Aufgaben der örtlichen Tourist-Infos übernimmt, steht derzeit in den Sternen. Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz spricht von einer „Denkpause“ auf dem Weg zur sogenannte dritte Stufe der Lokalen Tourismusorganisation. Hintergrund sind komplizierte rechtliche Fragen, die das EU-Beihilferecht aufwirft, wenn die Aufgaben der Tourist-Infos von einer gemeinsamen Organisation übernommen werden. Diese Fragen müssten für die jetzige Form als Zweckverband ebenso wie für eine diskutierte Umwandlung in eine Anstalt öffentlichen Rechts beantwortet werden.

Dabei setzten die Kommunen nun auf die vom Land beabsichtigte Vorarbeit bei der Weiterentwicklung der Lokalen Tourismus-Organisationen: „Wir wünschen uns, dass das Land uns in diesen Fragen hilft“, sagt Schulz. Eine Zeitvorgabe für die nächsten Schritte nennt er nicht, doch hofft er, dass die Überlegungen des Landes und künftige Förderstrukturen den Malenter Kurs positiv beeinflussen könnten. Wenn bis 2016 klar sei, wie der Weg für Gemeinden mit eigener Tourist-Info aussehen könne, tue sich vielleicht auch in Malente noch etwas.

Am Ziel, die Aufgaben der örtlichen Tourist-Infos von einer gemeinsamen Organisation erledigen zu lassen, hält Schulz jedenfalls fest. Dafür habe Eutin letztlich auch die Stelle eines Stadtmanagers geschaffen, um Aufgaben der Wirtschaftsförderung aus der Tourist-Info auszugliedern. Auf Malente würde Schulz ungern verzichten: „Wir brauchen die gesamte Strahlkraft der Holsteinischen Schweiz, um im Wettbewerb zu bestehen.“ Das sieht auch Per Köster von der Eutin GmbH so. Die Weichenstellung im Kneippheilbad betrachtet er denn auch mit einer Portion Unverständnis: „Ich kann verstehen, dass die Kommunen sparen müssen, aber wenn man den touristischen Internet-Auftritt und das Reservierungssystem wieder reinnimmt, verstehen wir das nicht“, sagte er mit Blick auf die die Ausschreibung für den Malenter Tourismus-Dienstleister ab 2015. Diese Aufgaben könne die Tourismus-Zentrale erledigen.

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