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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 00:33 Uhr

„Tourismusagentur für Naturräume“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Umweltminister Robert Habeck eröffnet neue Integrierte Station „Holsteinische Schweiz“ in Eutin / Fünftes Infozentrum im Norden

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2017 | 18:29 Uhr

Bereits vor rund zehn Jahren spielte das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) mit dem Gedanken, in Eutin eine Integrierte Station einzurichten. Gestern ist diese Idee nun umgesetzt, das Informationszentrum zur „Holsteinischen Schweiz“ feierlich eröffnet worden. Den symbolischen Schlüssel überreichte Umweltminister Robert Habeck (Grüne) an Carsten Burggraf vom Verein Wasser-Otter-Mensch und dessen beiden Kollegen Lea Pietsch und Jens Rethwisch.

Das Land möchte mit der neuen Station – die fünfte im Land – das Informationsangebot über die „Holsteinische Schweiz“ stärken. „Naturschutz lebt davon, dass Natur für uns Menschen erfahrbar wird. Nur das, was wir kennen, lieben und bewahren wir“, sagte Habeck vor rund 70 Gästen aus Verbänden, Organisationen, Naturschutzvereinen und aus den Reihen der Politik. Deshalb sei die Arbeit der Integrierten Station von hoher Bedeutung: „Dicht dran, verständlich und konkret zeigen die Mitarbeiter, was das Besondere der Region ist“, so Habeck, der dem Verein Wasser-Otter-Mensch für seine Vorarbeit dankte. Das Team um Carsten Burggraf sei „die ideale Besetzung, um von Eutin aus weitere Netzwerke zu knüpfen“, sagte der Minister.

Der Verein habe mit seinem Namen bereits die Aufgabenbeschreibung für die Station gegeben, so Habeck. So soll das Auen-Programm des Landes einen Schub bekommen, die Leitart – der Otter – und andere Tiere in den Fokus rücken. „Aber auch der Mensch wird die Arbeit zentral wichtig machen“, sagte der Minister. Im engen Austausch mit Landnutzern und anderen Interessengruppen würden die Integrierten Stationen die Grundlage für einen gemeinsamen, akzeptierten Naturschutz mit der Region schaffen. Auch die neue Station in Eutin sei eine „Tourismusagentur für Naturräume“, sagte Habeck augenzwinkernd. Denn es gehe auch darum, den Bürger in den Naturschutzgedanken einzubinden – wie auch die Belange von Landwirten und Co.

Die Stationen fungieren als bürgernahe naturschutzfachliche Informationszentren. Die Mitarbeiter initiieren und begleiten Projekte, die beispielsweise dem Biotop- und Artenschutz dienen können. Daneben werden gezielt praktische Naturschutzmaßnahmen umgesetzt wie Moor-Renaturierungen, Mahd-Arbeiten oder Gehölzschnitte.

Habeck unterstrich die Bedeutung der Stationen in einer Zeit, in der „der Druck auf die Flächen immer mehr zunehme“. Es gelte „Inseln zu schaffen, die Natur schützen sollen in einem Meer von immer intensiver werdender Praxis“, sagte der Minister.

An der Integrierten Station „Holsteinische Schweiz“ sind drei unbefristete Vollzeitstellen eingerichtet. Die Station wird einen Schwerpunkt auf die Wälder und Gewässer (Flüsse, Seen, Auen) des Naturraumes der Holsteinischen Schweiz legen, etwa auf die Flusssysteme der Schwartau, Schwentine und ihre Nebenflüsse, sagte Burggraf, der mit Blick auf das Ende des lokalen Projekts von Wasser-Otter-Mensch betonte, dass „die Tradition des offenes Hauses, der
offenen Türen jedoch weiterhin erhalten bleibt“.

Der Eröffnung der Station bedeutet aber nicht das Ende weiterer Planungen. „Fertig sind wir noch lange nicht“, sagte LLUR-Leiter Matthias Hoppe-Kossak. Unter anderem ist eine Elektro-Ladestation am Gebäude in der Robert-Schade-Straße 24 geplant.

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