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Ostholsteiner Anzeiger

22. November 2017 | 17:58 Uhr

Tourismus: Wo das Land nicht profitiert

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gästezahlen in Erlebnis- und Freizeiteinrichtungen rückläufig

von
erstellt am 30.Mai.2017 | 17:11 Uhr

Obwohl die Übernachtungszahlen in Schleswig-Holstein stetig steigen, kommt der Tourismus-Boom in den meisten Erlebnis- und Freizeiteinrichtungen nicht an. Ihre Besucherzahlen sind 2016 im Durchschnitt um 6,4 Prozent eingebrochen – nachdem es bereits in den Vorjahren eine Talsohle gab. Das geht aus Daten hervor, die die Anbieter regelmäßig für das „Tourismusbarometer Schleswig-Holstein“ an das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwif) melden und die der Tourismusverband veröffentlicht hat.

„Nicht wenige Monate wiesen Verluste in zweistelliger Höhe auf“, heißt es in der von dwif-Forscher Matthias Heinsohn verfassten Analyse für 2016. Die größten Rückgänge gab es im Haupt-Urlaubsmonat Juli mit einem Minus von 19,9 und im – von Übernachtungsgästen ebenfalls gut gebuchten – September mit minus 24,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für die Museen protokolliert das „Tourismusbarometer“ einen Rückgang um 4,9 Prozent. Der Hoffnungsschimmer nach Zugewinnen im Vorjahr habe sich damit zerschlagen. Tierparks haben laut dwif einen Rückgang um 1,6 Prozent erlebt. Stadtführungen wurden 3,8 Prozent weniger gebucht als 2015. Zwei Drittel der Anbieter verkauften weniger Tickets als 2015.

Eine Stagnation verzeichneten Erlebnisbäder und Thermen. Vergleichsweise gut behaupteten sich die Natur-Infozentren mit plus 2,4 Prozent. Für die Kategorie Schlösser meldet das „Tourismusbarometer“ das mit Abstand höchste Plus von 13,8 Prozent. Das dwif führt dies zum Teil aber auf einen „Sondereffekt“ wie die Landesgartenschau in Eutin zurück. Für deren Besucher gab es ein Kombi-Angebot fürs Eutiner Schloss.

Der Übernachtungszuwachs betrug 2016 landesweit 4,6 Prozent. Dass es trotzdem bei vielen Freizeitangeboten zu Einbrüchen kam, erklärt Tourismusverbands-Geschäftsführerin Catrin Homp damit, dass die Resonanz auch stark von der Nutzung durch Einheimische und Tagesausflügler abhänge. Tendenziell sei dabei eine Stagnation zu beobachten. Das Wetter sei ein zentraler Einflussfaktor. Als Lösungsansätze für eine Umkehr empfehlen Tourismusverband und dwif mehr Investitionen, eine Digitalisierung von Angeboten, Veranstaltungen und eine engere Kooperation mit Gastgewerbe und touristischen Ortsebene. Seite 17

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