Tourismus soll förderfähig bleiben

Will dafür sorgen, dass der Tourismus in Europa nicht zu kurz kommt: Reimer Böge. Foto: Schröder
Will dafür sorgen, dass der Tourismus in Europa nicht zu kurz kommt: Reimer Böge. Foto: Schröder

Der Europaabgeordnete Reimer Böge veranstaltete in Eutin ein Fachgespräch über die künftige Interreg-Förderung der EU

Avatar_shz von
16. Juni 2012, 08:20 Uhr

Eutin | Nie zuvor war der Einfluss des Europäischen Parlaments auf die Europäische Politik größer als heute. Das versucht der schleswig-holsteinische Europaabgeordnete Reimer Böge zu nutzen, indem er im Land Fachgespräche im Vorfeld europäischer Entscheidungen führt. Gestern kam Böge mit etwa 20 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zur mittlerweile dritten "Europawerkstatt" zusammen, um über das Programm grenzüberschreitender Zusammenarbeit (Interreg) in der nächsten Förderperiode (2014 bis 2020) zu sprechen. Zu den Teilnehmern aus der Region gehörten etwa Claus-Peter Matthiensen (Entwicklungsgesellschaft Ostholstein), Uwe Hemens (Wirtschafts-Förderungs-Agentur Kreis Plön), der Scharbeutzer Tourismusdirektor Joachim Nitz, der Landtagsabgeordnete Peter Sönnichsen und Kreistagsabgeordnete aus Plön und Ostholstein.

Eines der wichtigsten Themen war der Tourismus, da Infrastrukturprojekte für diesen Wirtschaftszweig in den Plänen der Europäischen Kommission nicht mehr als förderfähig genannt werde, erklärte Böge im Anschluss an das Fachgespräch. Der Tourismus bilde einen wichtigen regionalen Wirtschaftsfaktor für Schleswig-Holstein und viele andere europäische Regionen, sagte der Europaabgeordnete. Deshalb fordere das Europaparlament den Einbezug des Tourismus in die den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Darüber müsse nun mit dem Ministerrat verhandelt werden. "Ich bin da sehr zuversichtlich", erklärte Böge.

Weiteres Thema war der Bürokratieabbau bei den Förderprogrammen, insbesondere für kleinere Projekte. In Aussicht gestellte Verwaltungsvereinfachungen seien bislang weitgehend ausgeblieben. Im Gegenteil. Erhöhte Anforderungen an anderer Stelle führten insgesamt zu einem höheren Verwaltungsaufwand, bemängelte Böge und forderte: "Da müssen wir als Parlament rangehen." Die Vorschläge müssten einem Bürokratietest unterzogen werden. Kritisch sieht Böge auch, dass die Kommission umfangreiche Entscheidungsbefugnisse erhalten soll. Dies schränke den Gestaltungsspielraum der Regionen ein. Diese bräuchten jedoch weiterhin die Möglichkeit, maßgeschneiderte Entwicklungsstrategien umzusetzen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen