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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 19:17 Uhr

Malente : Totalüberwachung für Bäume

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gemeinde Malente sieht sich gezwungen, ein digitales Baumkataster einzuführen, um ihren Sicherungspflichten zu genügen.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2014 | 18:00 Uhr

Der Orkan „Christian“, der Ende November über das Land hinwegbrauste, verschaffte der Sache eine zusätzliche Dynamik: Damals riss der Sturm einen mächtigen Baum an der Diekseepromenade um, der einen Passanten schwer verletzte. Zwar war nach Auskunft von Bürgermeister Michael Koch nicht vorherzusehen, dass der Baum umstürzen würde, weshalb die Gemeinde Malente keinen Schadensersatz leisten müsse. Dennoch: Die Gemeinde Malente will sich wappnen, um auch künftig beim
Thema Bäume auf der sicheren Seite zu sein. Deshalb will das Bauamt in der heutigen Sitzung des Planungsausschusses vorschlagen, ein digitales Baumkataster anzulegen – so sollen rund 4000 Bäume auf dem Grund der Gemeinde künftig lückenlos überwacht werden.

Das wäre mit erheblichem Aufwand verbunden: Allein für die Erfassung aller Standorte rechnet das Bauamt mit Kosten von rund 60 000 Euro, wenn der Auftrag vergeben wird. Ähnlich hoch lägen die Kosten beim Einsatz des eigenen Bauhofs. Außerdem sind einmalige Investitionen von rund 14 000 Euro erforderlich, um die erforderliche Technik samt Schulung zu finanzieren. Die digitale Erfassung soll dabei auf drei Jahre gestreckt werden.

Nötig sei neben einem Tablett-PC ein GPS-Gerät mit hoher Messgenauigkeit. In das Kataster sollen Standort und Zustand des jeweiligen Baums eingetragen werden. Grundsätzlich müssten dabei ältere Bäumen etwa auf einem Spielplatz deutlich häufiger kontrolliert werden als beispielsweise ein Baum auf einem Parkgelände abseits der Wege.

Zwar kümmere sich die Gemeinde auch jetzt schon um die Standsicherheit der Bäume, erklärte Koch. Doch aus Sicht der Verwaltung muss aufgerüstet werden. „In der Rechtsprechung wird davon ausgegangen, dass sich Amtsleiter im Gegensatz zu Privatpersonen immer auf dem Stand der Technik befinden und somit auch eine Baumkontrolle nach dem Stand der Technik veranlassen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Daher sei ein digitales Baumkataster umgehend notwendig.

Die entstehenden Kosten sind im Verwaltungshaushalt noch nicht eingestellt. Sie sollen in einem Nachtrag berücksichtigt werden. Der ohnehin schwer defizitäre Haushalt würde damit noch tiefer in die roten Zahlen rutschen.

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