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Tornados aus Jagel für Kampf gegen IS-Terror

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bis zu sechs Aufklärungsjets werden Richtung Syrien verlegt / Marine folgt

von
erstellt am 27.Nov.2015 | 00:34 Uhr

Die Bundesregierung hat entschieden: Sie will vier bis sechs Tornado-Aufklärungsjets der Bundeswehr zur Unterstützung Frankreichs im Kampf gegen die Terrormiliz IS nach Syrien schicken. Die Flugzeuge werden aus Jagel bei Schleswig kommen. „Nur das Taktische Luftwaffengeschwader 51 Immelmann hat die Fähigkeit zur Aufklärung“, sagte ein Sprecher der Luftwaffe.

Zudem wird Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen eine Fregatte der Marine zur Absicherung des französischen Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ ins östliche Mittelmeer schicken sowie mindestens ein Tankflugzeug und Satellitenaufklärung bereitstellen. „Wir brauchen auch militärische Mittel, um den IS zu besiegen“, begründete CDU-Politikerin von der Leyen den Beschluss. Der Bundestag muss dem Einsatz noch zustimmen, was allerdings als sicher gilt.


„Der Einsatz ist gefährlich“


Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels, sagte unserer Zeitung, er habe Verständnis für den geplanten Einsatz. Allerdings sei der gefährlich: „Das Risiko ist vergleichbar mit dem Einsatz in Afghanistan“, sagte Bartels. Er erwarte daher, dass für die Soldaten „der beste Schutzstandard, den wir mitgeben können, gewährleistet ist“.

In Jagel wurde Geschwader-Kommodore Michael Krah gestern von der Nachricht überrascht. Bis zum Nachmittag habe er von der Luftwaffenführung noch keine Hinweise zu einem möglichen Syrien-Einsatz erhalten, sagte der Oberst. „Natürlich wächst die Unruhe im Geschwader. Aber wenn wir angefordert werden, sind wir bereit – dann stehen wir unseren Mann und unsere Frau“, sagte Krah unserer Zeitung. Für eine solche Mission seien neun „Recce-Tornados“ einsatzbereit. Sechs dieser Maschinen befinden sich derzeit bei einer Übung im spanischen Albacete. Um sechs Tornados betreiben zu können, werden etwa 200 Mann benötigt. Im Jageler Geschwader sind 1450 Soldaten stationiert. Wo die Jets für den Syrien-Einsatz ihre Basis haben werden, ist noch unklar. Infrage kommen Stützpunkte in der Türkei oder auf Zypern.

Politik/Leitartikel

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