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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 20:10 Uhr

Eutin : Torhäuser sind noch zu retten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Zustand ist desolater als befürchtet, aber für 1,5 Millionen Euro können die Gebäude saniert werden. Veranstaltungen sind geplant.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2014 | 12:00 Uhr

Kaputte Fenster, marode Balken, ein löchriges Dach – der Zahn der Zeit nagte sichtbar an den beiden Torhäusern des historischen Bauhofs unweit der Opernscheune. Der Zustand ist schlimmer, als zunächst vermutet – aber: Die Torhäuser sind sanierungsfähig.

Der Architekt Arne Roth stellte im jüngsten Bauausschuss den Entwurf für das Stallgebäude und die Remise dar. Für etwa 1,5 Millionen Euro sollen – so der fast einstimmige Entschluss (eine Gegenstimme) – die beiden Häuser wieder in Stand gesetzt werden. „Es ist ein einmaliges Ensemble, was auch Eutin einmalig macht“, betonte Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz.

Was ist kaputt, was soll gemacht werden? „Der Architekt hat uns in seinem Vortrag verdeutlicht, wie stark sanierungsbedürftig die beiden Torhäuser eigentlich sind“, sagte Ausschussvorsitzende Monika Obieray. Heiß diskutiert wurde vor allem, wie in dem Stallgebäude, das laut Obieray als Veranstaltungsraum genutzt werden soll, der Brandschutz gewährleistet werden kann. Architekt Roth war mit Brandschutzexperten vor Ort. Die Bedingung: Es müssen drei Doppelglastüren als Ausgänge eingebaut werden. Dies würde für die rund 125 (Sitzplätze) bis 200 (Stehplätze) Menschen im Ernstfall genügen, um schnell genug nach draußen zu gelangen. Eine Berieselungsanlage wurde auch im Ausschuss diskutiert, letztlich aber verworfen. Obieray: „Der Architekt hat uns verdeutlicht, dass es, wenn Reet richtig brennt, um den Schutz der Menschen geht, und nicht um den Erhalt des Gebäudes.“

Um das einstige Stallgebäude als Veranstaltungsraum nutzen zu können, wird eine Fußbodenheizung eingebaut, die laut Architekt im Winter jedoch keine Beach-Party zulasse. Schulz: „Über die Heizungsanlage müssen wir sicher nochmal diskutieren. Ich fände es schade, wenn im Winter dort keine Veranstaltungen stattfinden können.“ Eine Wärmedämmung im klassischen Sinn sei laut Obieray nicht vorgesehen, weil dies den Verlust des historischen Charakters zur Folge habe. Und der Erhalt sei es doch, der das Ziel der ganzen Sanierung ist.

So soll beispielsweise eine Traufe, die derzeit zugemauert ist, wieder erlebbar gemacht werden, um den einstigen Stallcharakter zu betonen, den das 1837 erbaute Gebäude noch heute hat. Auch die Höhe bis unters Dach soll sichtbar sein. Die alten Lehmgebindedecken brechen – sofern noch vorhanden – heraus. Auf dem Boden liegen Reste von Stroh, teilweise nass durch den letzten Regen. Löcher im Boden zeugen von Bohrungen, um zu schauen, welche Überraschungen im Untergrund schlummern. „Hier sieht man beispielsweise, dass der tragende Balken gar nicht mehr bis auf die Originalschicht reicht“, sagt Roth.

Neben der Fußbodenheizung soll eine kleine Teeküche eingebaut werden, auch eine Außenfläche soll am Stallgebäude entstehen, um Teilgastronomie (ähnlich wie bei den Festspielen) bei Veranstaltungen möglich zu machen. Obieray betont: „Etwas Dauerhaftes kommt hier nicht in Frage, da wir unseren Eutiner Gastronomen nicht schaden wollen.“

Die Sanierung (von Land und Bund zu je einem Drittel gefördert) ist bis Ende 2015 geplant, damit zur Landesgartenschau das Stallgebäude als Pflanzhalle genutzt werden kann. Laut Schulz sei die Stadt verpflichtet, eine gewisse Größe an überdachter Fläche zur Verfügung zu stellen. „Wir dachten uns, da können wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und haben danach einen schönen Raum, der weiter genutzt werden kann.“ In der Remise, die als Lagerstätte dient und nach der Sanierung auch weiter dienen kann, soll zur LGS eine Art Regionalmarkt entstehen. Weitere mögliche Nutzer können die Jugendherberge, die Opernscheune und das Stiftungshaus sein.

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