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Ton im Streit um Fassensdorf verschärft sich

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 06.Mai.2014 | 13:22 Uhr

Im Streit um ein neues Einsatzfahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr Fassensdorf hat sich der Ton deutlich verschärft. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Adrianus Boonekamp, warf Montagabend dem Fassensdorfer Wehrführer Edwin Schultz vor, er habe die Öffentlichkeit „wissentlich belogen“, die Mehrheit der Gemeindevertreter beleidigt und ihr falsche Tatsachen „vorgegaukelt“. Bürgermeister Holger Reinholdt (Freie Wähler) stellte angesichts eines Gutachtens über die Einsatzfähigkeit des Fassensdorfer Autos die Vermutung, an, dass Landes- und Kreisbrandmeister wohl wenig amüsiert seien über die Vorgänge in Süsel. Gelegenheit zur Entgegnung erhielt Schultz in der Sitzung nicht.

Eigentlich sollte – wie mehrfach berichtet – Fassensdorf dieses Jahr ein neues Auto bekommen. Wegen unerwarteter Entwicklungen im Brandschutz wurde das Geld aber wieder aus dem Haushalt gestrichen. Edwin Schultz hatte daraufhin erklärt, dass er die Verantwortung für den Brandschutz in Fassensdorf mit dem vorhandenen, 26 Jahre alten Tragkraftspritzenfahrzeug nicht mehr übernehmen könne.

Der Bürgermeister hatte daraufhin die Dekra beauftragt, den Zustand des Autos zu prüfen. Der Experte kam zu dem Schluss: Ein ausgeschlagener Achsschenkelbolzen und die Nebelschlussleuchte müssten repariert werden, das werde etwa 1000 Euro kosten. Sonst sei das Fahrzeug in einem guten Zustand, weitere Reparaturen zeichneten sich nicht ab.

Aber: Die Ladung müsse besser gesichert werden. Und mit einem Gewicht von 3550 Kilogramm ohne Fahrer sei das zulässige Gesamtgewicht überschritten. „Zum Erreichen eines verkehrs- und betriebssicheren Zustandes des Fahrzeuges müsste ein Großteil der Ausrüstungsgegenstände demontiert werden“, forderte der Gutachter wörtlich.

Der Wehrführer ist vom Bürgermeister aufgefordert worden, das Auto reparieren zu lassen und die Beladung auf ein zulässiges Maß zu reduzieren. „Das werden wir am Sonnabend machen“, kündigte Schultz im Gespräch mit dem OHA an. Es müssten etwa 800 Kilo abgeladen werden. „Dann haben wir ein Auto auf dem Stand von 1988. Es muss allen klar sein: Dann haben wir keine Atemschutzgeräte mehr an Bord, nur noch Schläuche und die Pumpe.“ Schultz weiter: „Ob Landes- und Kreisbrandmeister amüsant finden, wenn jetzt landesweit ein Fokus auf die Beladung von Feuerwehrautos gerichtet wird, wage ich zu bezweifeln.“

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