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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 13:34 Uhr

Titelgewinn mit Taktgefühl

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Jolina Boy und Nele Dederscheck aus Scharbeutz sind zum vierten Mal Deutsche Meisterinnen im Hip-Hop

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 00:34 Uhr

Wer den Begriff „Hip-Hop“ hört, der denkt vermutlich an schnelle Musik und Gangster-Rapper aus Amerika. Zwei junge, blonde Mädchen aus Scharbeutz aber kommen einem eher nicht in den Sinn. Dabei sind Jolina Boy und Nele Dederscheck gerade in Wesel Deutsche Meisterinnen im Hip-Hop-Tanzen geworden. Für die beiden 16 und 17 Jahre alten Schülerinnen ist es bereits der vierte Meistertitel.

Dabei haben die Freundinnen diesen Tanz erst im Jahr 2007 für sich entdeckt. „Vorher haben wir im Kurs meiner Mutter Kinderaerobic gemacht“, erinnert die 17-jährige Dederscheck sich. Irgendwann aber wollten die Mädchen etwas anderes ausprobieren und landeten in einem Hip-Hop-Schnupperkurs. „Schon nach einer Stunde haben wir gemerkt: Das ist unser Ding“, so Nele Dederscheck. Und wie unterscheidet Hip-Hop sich von anderen modernen Tanzstilen? „Breakdance ist mehr akrobatisch, Videoclip-Tanzen ist schneller und mädchenhafter“, erklärt Jolina Boy. Hip-Hop aber sei viel cooler und die
Bewegungen raumgreifender.

So cool Hip-Hop auch ist – vor dem Erfolg steht das Training. Und das absolvieren Boy und Dederschek zwei Mal die Woche in einem Lübecker Tanzstudio. Vor Wettkämpfen können es auch fünf Trainingseinheiten pro Woche werden. Hinzu kommen Zumba und Gerätetraining. „Wir brauchen eine gute Armspannung“, erklärt Boy die zusätzlichen Sportarten.

Trainiert werden die beiden Schülerinnen von ihren Lehrern Nick Guel und Finn Jacob. Die beiden denken sich auch die Choreografien aus. Eine bis eineinhalb Minuten dauert eine Choreografie, die dann bis zum Ende des Liedes wiederholt wird. Dabei muss jede Choreografie zu jedem Lied passen – egal ob es sich um einen schnellen oder einen langsamen Titel handelt. „Manchmal haben wir aber auch Ideen, die wir mit einbauen“, sagt Boy. Etwas über eine Woche dauert es, bis die Tänzerinnen die Schritte können. „Aber bis wir alles perfekt können, brauchen wir etwa zwei Monate“, beschreibt Boy. Auch außerhalb der Trainingszeiten sind die beiden Tänzerinnen in Gedanken immer beim Hip-Hop: „Im Kopf tanze ich bei jedem Lied mit“, gibt Jolina Boy zu. Zu welchem Lied das Duo bei einem Wettbewerb tanzen muss, weiß es vorher nicht. Die ersten Takte erklingen und sofort müssen die beiden Scharbeutzerinnen loslegen. So wie alle anderen Teams auf der Bühne auch. Denn bei einem Wettkampf treten mehrere Teams gleichzeitig auf.

Bei den deutschen Meisterschaften in Wesel traten insgesamt 1320 Tänzer in vier verschiedenen Klassen an: Solo, Duo, Kleingruppe (drei bis fünf Tänzer) und Formation (bis zu 20 Tänzer). Nach rund 30 Titeln, die Jolina Boy und Nele Dederschek im Laufe der Jahre gesammelt haben, sollten sie vor einem Wettkampf inzwischen entspannt sein. Waren sie aber nicht. „Wir sind vor jedem Auftritt wieder nervös und aufgeregt“, sagt Nele Dederscheck.

Durch ihren Sieg bei den Deutschen Meisterschaften haben sich die beiden für die Europameisterschaften im kommenden Mai in England qualifiziert. Doch ob sie dort auch wirklich hinfahren, wissen die beiden Schülerinnen noch nicht. Es kommt darauf an, wie zufrieden Jolina Boy und Nele Dederscheck mit ihrer Form sind. „Aber es wäre schon cool, wenn wir das schaffen“, sagt Nele Dederscheck.

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