Timmendorfer Torfabrik

Ein typisches Bild: Der VfR Neumünster im Rückwärtsgang, während Marcello Meyer aus der zweiten Reihe den Torabschluss sucht. Fotos: Klipp
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Ein typisches Bild: Der VfR Neumünster im Rückwärtsgang, während Marcello Meyer aus der zweiten Reihe den Torabschluss sucht. Fotos: Klipp

Fußball-Oberliga Schleswig-Holstein: Meister Strand 08 demontiert den VfR Neumünster mit 6:0(2:0) Toren

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19. August 2018, 22:37 Uhr

In den Schlussminuten konnten einem die Fußballer des VfR Neumünster leid tun: Sie mussten sich vorkommen, wie der Hase im Märchen der Gebrüder Grimm von Hase und Igel. Wohin sie auch liefen – die Angreifer des NTSV Strand 08 waren schon da. Das Schlusslicht aus Neumünster verkaufte sich 70 Minuten lang teuer, geriet dann aber doch noch mit 0:6(0:2) unter die Räder.

Die Gäste hatten die erste Chance der Partie, Miche-Joel Makome-Mabouba sprintete einem Steilpass hinterher, kam hinter den Ball und scheiterte am aufmerksamen Denis Klassen im Tor der Gastgeber, der mit dem Fuß zur Ecke abwehrte (7.). Dann nahm das Verletzungspech für die Gäste seinen Lauf: Zunächst musste Makome-Mabouba passen, für ihn wechselte VfR-Trainer Jörg Zenker Fiete Frider Blunk ein (15.), dann verletzte sich Maxime Vollstedt bei einer Abwehraktion und verließ ebenfalls den Platz, für ihn kam Mirko Milbradt (25.). Da stand es schon 1:0, denn die Gästeabwehr hatte sich gegen den quirligen Marco Pajonk nur mit einem Foulspiel zu wehren gewusst. Marcello Meyer zwirbelte den fälligen 20-Meter-Freistoß ebenso gefühlvoll wie platziert in die linke Ecke, (16.). Der VfR Neumünster stand tief und lauerte auf Konter, so schoss Milbradt eine Direktabnahme rechts vorbei (27.). Die Gastgeber bestimmten jedoch ungerührt das Geschehen. Meyer probierte es mit seinem zweiten Freistoß von der Strafraumgrenze schoss aber knapp vorbei (28.).

Strand 08 wurde immer zielstrebiger, die Abwehr der Gäste geriet unter wachsenden Druck. Pajonk schickte Abdullah Abou Rashed in die Gasse, der schloss ab – der Ball flog links vorbei (37.). „Wir haben schnell gespürt, dass wir ein übermächtiger Gegner waren“, sagte der Timmendorfer Trainer Frank Salomon angesichts der klaren Überlegenheit seiner Mannschaft. Mit einem blitzschnell ausgeführten Einwurf leitete Marcel Hanse das 2:0 ein, er fand Rashed, der aus der Drehung mit rechts ins kurze Eck traf (44.). Jan Luca Holst hätte danach auf 3:0 erhöhen können, doch ihm sprang der Ball, den Torwart Christopher Newe nach vorne abgewehrt hatte, gegen das Knie und von dort ins Toraus (45+2.).

In der zweiten Halbzeit wurde der VfR Neumünster zunehmend hilfloser, während Strand 08 seine Vorteile leicht und locker ausspielte. Lohn waren die Tore von Sergen Tarim (70., 87.), Pajonk (77.) und Rashed (83.). Gäste-Coach Zenker haderte mit den Chancen, die seine Spieler in der ersten Halbzeit vergeben hatten: „Wenn wir das Spiel 3:4 verlieren, hätte auch keiner etwas gesagt.“ Er wollte die Verletzungen nicht als Grund für die Niederlage anführen: „Wenn du 0:6 verlierst, fehlen dir die Argumente.“ Er hofft, dass seine Mannschaft am kommenden Wochenende im Derby gegen den PSV Neumünster anders auftritt: „Das ist für jeden von uns ein besonderes Spiel!“

„Nach dem schwierigen Spiel am Dienstag ging es heute darum, die Stimmung hoch zu halten“, sagte Salomon mit Rückblick auf das Pokal-Viertelfinale gegen den VfB Lübeck. Er konnte es sich leisten, mit Marcus Steinwarth, Jan-André Sievers und Arnold Hoeling gleich mehreren Leistungsträgern eine Pause zu gönnen. Am kommenden Sonnabend erwarten die Timmendorfer ab 16 Uhr die U23 des VfB Lübeck, die in die Oberliga aufgestiegen ist, zum Nachbarschaftsduell.

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