THW: Neuer Standort gefunden?

Auf dieses Gelände möchte das Technische Hilfswerk umziehen. Die Beteiligten sind sich einig, aber noch ist kein Vertrag unterzeichnet.
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Auf dieses Gelände möchte das Technische Hilfswerk umziehen. Die Beteiligten sind sich einig, aber noch ist kein Vertrag unterzeichnet.

Das Technische Hilfswerk in Eutin hat seine Fläche gefunden / Immobilien-Bundesanstalt bereitet möglichen Kauf des Geländes vor

shz.de von
31. Juli 2018, 16:22 Uhr

Das Gelände ist reserviert. Damit zeichnet sich das Ende der Suche nach einem neuen Standort für das Technische Hilfswerk (THW) in Eutin ab. Der Ortsverein möchte auf Flächen gegenüber dem Bus-Terminal Behrens im Eutiner Gewerbegebiet ziehen, dorthin, wo zurzeit noch Wohnwagen und Wohnmobile zur Ansicht stehen.

„Unsere derzeitige Liegenschaft in der Industriestraße ist nicht mehr helfergerecht“, sagt Klaus-Peter Plötz. Der THW-Ortsbeauftragte in Eutin freut sich über die Aussicht auf einen neuen Standort, denn am bisherigen entsprächen Sanitärräume, Umkleiden, Vortragsraum und anderes nicht mehr den aktuellen Vorgaben.

Das Grundstück an der Louise-Wagner-Straße überzeugte das THW vor allem durch seine verkehrstechnisch günstige Lage samt Anbindung durch den Öffentlichen Nahverkehr. „Die Busanbindung ist für unseren Nachwuchs, die Kinder- und Jugendgruppe sehr wichtig“, erklärt Plötz.

Es seien fünf Flächen in Eutin begutachtet worden, berichtet Michael Labonte, Leiter der THW-Regionalstelle in Lübeck. Das Gelände an der Louise-Wagner-Straße habe am Ende überzeugt. Die Entscheidung fällt aber nicht der THW-Ortsverein. Kaufberechtigt ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die die Grundstücke und Gebäude des Bundes betreut, erwirbt und veräußert. Da das THW eine Bundesanstalt ist, fallen die Unterkünfte für die Hilfsorganisation ebenso in den Zuständigkeitsbereich der Bima.

Für die Flächen, Gebäude und Fahrzeughallen von THW-Ortsvereinen gibt es Labonte zufolge bundesweit einheitliche Vorgaben. So sei für jedes Ortsvereins-Gelände eine Größe von 3100 Quadratmetern vorgegeben, bestückt mit einem zweistöckigen Gebäude und einer Fahrzeughalle. Das Erdgeschoss sei Sanitär- und Umkleideräumen mit Stauräumen für private und für Dienstkleidung sowie Technikräumen, Lager und Werkstatt vorbehalten. Im oberen Stockwerk könne der, dann deutlich größere, Vortragsraum geteilt werden, die Jugend bekomme endlich einen eigenen Raum, es gebe eine vollständig eingerichtete Küche, zum Verwaltungstrakt gehörten mehrere Räume,
dem Zugführer und dem Ortsbeauftragten stehe jeweils ein kleines Büro zu. Dort könnten in Ruhe Einzelgespräche geführt werden. Und der Zugführer könne sogar von dort Einsätze leiten.

Änderungen auch bei der Fahrzeughalle: Sie wird größer werden als bisher. Jeder Fahrzeugstellplatz wird ein eigenes Garagentor erhalten. Bisher stehen noch zwei Fahrzeuge hinter einem Tor.

Das Eutiner THW erfüllt mehr als die Pflichtaufgaben eines Ortsvereins. So hat ihm das Land den Auftrag zur Ölabwehr erteilt, als einzigem THW-Ortsverein in Ostholstein. Auch die dafür nötigen Geräte und Fahrzeuge müssen untergebracht werden.

Das Grundstück sei ein wenig größer als das Mindestmaß von 3100 Quadratmetern, sagen beide. Die genaue Größe gibt Dirk Bremken
von der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) mit 4820 Quadratmetern an. Der Egoh gehören die Flächen, Bremken ist dort für die Gewerbeflächenerschließung und -vermarktung zuständig.

Die für die Bima reservierten Flächen bieten einen weiteren Vorteil. Der THW-Ortsverein überlegt, eine zweite Zufahrt zur rückwärtigen Max-Planck-Straße einzurichten.

Die Bima bestätigt die Vorbereitungen für den Flächenerwerb. Im März habe die Gebäudemanagement Schleswig Holstein (GMSH) den Auftrag erhalten, die Bauunterlage zu erstellen, sagt Pressesprecher Thorsten Grützner: „Die Fertigstellung und Genehmigung der Bauunterlage wird einige Zeit in Anspruch nehmen, da unter anderem das Bundesministerium des Innern hinsichtlich der baufachlichen und das Bundesfinanzministerium der Finanzen zwecks haushaltsrechtlicher Genehmigung zu beteiligen ist.“ Für Kauf und Bauvorhaben sind im Bundeshaushalt an die 2,7 Millionen Euro vorgesehen und im Entwurf für 2019 bereits berücksichtigt, sagt Bettina Hagedorn, Staatssekretärin im Finanzministerium und SPD-Bundestagsabgeordnete.

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