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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 04:50 Uhr

Thema Gewalt beim Runden Tisch Forensik

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 27.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Straftäter, die auf gerichtlichen Beschluss in der Psychiatrie untergebracht sind, stellen unter Umständen sowohl für das Klinik-Personal als auch Mitpatienten eine Gefahr dar. Um dieses Thema drehte sich die sechste Auflage des Runden Tisches, den das Ameos-Klinikum für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie Neustadt veranstaltet.

„Das Gefühl von Sicherheit bei Mitarbeitern und Patienten ist zwingend notwendig für die Aufnahme einer erfolgreichen Kommunikation und Therapie“, erklärte der Klinik-Chefarzt Peter Bürkle. Der sachgerechte Umgang mit Aggressionen und Gewalt gehöre auf einer forensischen Station zum Behandlungsauftrag.

Das Ameos-Klinikum befrage deshalb regelmäßig Patienten und Mitarbeiter. Um Aggression und Gewalt entgegenwirken zu können, seien die Mitarbeiter einer forensischen Station der Forensik gezielt geschult und die Ergebnisse evaluiert worden. Die Schulung habe bei den Pflegekräften zu einer Erhöhung des Sicherheitsempfindens geführt und das Vertrauen in die eigenen Kompetenzen verbessert. Weitere Schulungen seien geplant.

Bürkle stellte weiterhin klar, dass Gewalt nicht nur eine besondere Herausforderung für das Pflegepersonal ist: „Das Thema Aggressionsmanagement ist wichtig, aber nur Teil unseres gewaltpräventiven Gesamtkonzepts.“

Dazu gehöre auch, kleiner Stationen zu schaffen, die Bettenzahl in den Zimmern zu verringern, Patienten in der Forensischen Ambulanz nachzubetreuen und therapeutische Angebote kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Ameos-Regionalgeschäftsführer Frank-Ulrich Wiener berichtete außerdem, dass für die Patienten der forensischen Klinik die Möglichkeit geschaffen wurde, eine Berufsausbildung im Maßregelvollzug zu absolvieren. „Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt, die Rückfallquote niedrig zu halten.“ Denn ein guter Ausbildungsstand könne Patienten ebenfalls davon abhalten gewalttätig zu werden.

Die Unterbringung psychisch kranker Straftäter ist eine hoheitliche Aufgabe, an deren Erfüllung in Neustadt zahlreiche Verantwortliche beteiligt sind. Vertreten sind Gerichte, Staatsanwaltschaften und Ministerien, die Stadt und die handelnden Personen des Ameos-Klinikum für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie. Sie treffen sich regelmäßig zum Gedankenaustausc am „Runden Tisch Forensik“.

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