Teure Probleme mit dem Baugrund

Die Stadtbucht wird für die geplante Neugestaltung in diesem Jahr zu einer großen und auch teuren Baustelle.
Die Stadtbucht wird für die geplante Neugestaltung in diesem Jahr zu einer großen und auch teuren Baustelle.

Bodenaustausch und Tragfähigkeit der Ufermauer zwingen zu Planänderungen bei der Neugestaltung der Stadtbucht / Ausschuss berät

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05. Januar 2015, 12:55 Uhr

Erheblich mehr Probleme als gedacht bereitet den Planern der Baugrund bei der bislang mit rund 3 Millionen Euro kalkulierten Neugestaltung der Stadtbucht. Dafür sorgt einerseits der dort einst beim Anlegen der Promenade verbuddelte Hausmüll und Schutt, andererseits die Notwendigkeit, für ein Holzdeck und die Ufermauer statisch sichere Verhältnisse zu schaffen.

Über die Konsequenzen dieser nach und nach im Herbst ermittelten Befunde müssen die Stadtvertreter morgen Abend im Bauausschuss beraten. Das Bauamt schlägt ihnen eine veränderte Planung vor, verbunden mit über 600  000 Euro Mehrkosten für den zusätzlichen Bauaufwand. Außerdem soll über die Aufstellung von Lampen, Sitzbänken und Abfallbehältern entschieden werden.

Die Planer des Berliner Büros A 24 begründen die Änderungen vor allem mit den Ergebnissen des Baugrundgutachtens und den statischen Berechnungen. Demnach muss die Ufermauer auf komplizierte Weise seeseits verstärkt werden, das geplante Holzdeck soll wegen möglichen Eisdruckes eine verstärkte Unterkonstruktion erhalten, auch die Natursteinmauer am Südostende der Stadtbucht braucht mehr Halt.

Zur Beschleunigung dieser Maßnahmen soll eine Baustraße angelegt werden. Im Bereich der Rampe zu den Schlossterrassen, bei denen Ende Januar der Abriss des Café-Anbaus beginnen soll, sind nun Böschungen mit Rosenbepflanzungen statt einer Stützmauer vorgesehen. Und zur Sicherung der Tragfestigkeit der Beläge ist laut Gutachter vor allem nahe den Schlossterrassen ein Bodenaustausch unumgänglich, verbunden mit Maßnahmen zur Entwässerung während der Bauzeit.

Dass der Boden an der Stadtbucht problembehaftet ist, trat bei den Leitungsarbeiten der Stadtwerke zu Tage. Die Müllreste erwiesen sich zwar nicht als giftbelastet, mussten aber auf Anordnung des Kreises speziell entsorgt werden. Der Verdacht, auch Kampfmittel könnten an der Stadtbucht vergraben sein, bestätigte sich nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

„Die Situation hat sich so ergeben, da müssen wir reagieren. Natürlich erwarte ich im Fachausschuss Diskussionen dazu, aber wir sind überhaupt froh, dass wir so schnell eine sachgerechte Lösung anbieten können“, sagte Bauamtsleiter Bernd Rubelt. Er setzt auf eine entsprechende Beschlussfassung, damit die Ausschreibung der Arbeiten noch in diesem Monat erfolgen kann – denn spätestens bis zur Ende April 2016 startenden Landesgartenschau muss die aus dem Städtebauförderungsprogramm finanzierte Maßnahme abgeschlossen sein, sonst kann Eutin gleich einpacken.

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