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Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 04:31 Uhr

Taxen beklagen zu wenig geplante Plätze

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Drei statt sieben geplanter Plätze am neuen Bahnhofsvorplatz sorgen für Ärger

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 12:28 Uhr

Eutins Taxi-Unternehmer schütteln den Kopf, wenn sie dieser Tage an der Baustelle am Bahnhofsvorplatz stehen und sehen, wo sie künftig parken sollen. „Da passen nur drei Wagen hin, wir hatten mal sieben“, sagt Sven Petrick von Svens Taxen. 18 Taxen fahren derzeit in ganz Eutin. Außerdem sorgt die Entfernung von der Bahnhofshalle zum Taxenstand für Ärger. „Das sind locker 50 Meter, die die Menschen mit ihren Koffern überwinden müssen und sie können nicht mal bis zum Taxistand sehen aus der Bahnhofshalle, so weit weg ist der“, sagt Petrick. Umgekehrt sehen die Fahrer auch nicht, wenn Menschen mit Gepäck, Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator Hilfe benötigen.

Mit dem Bauamt sei über diese Problematik nicht zu sprechen gewesen, lautet der Vorwurf der Taxi-Unternehmer. Karen Dyck vom Bauamt Eutin signalisiert auf OHA-Nachfrage Gesprächsbereitschaft, aber: „Wir können die geplanten Asphaltierungsarbeiten an dieser Stelle für nächste Woche Mittwoch und Donnerstag nicht mehr ändern. Aber wir haben angeboten, über zusätzliche Plätze am ZOB oder am Parkplatz zu sprechen und sind dazu auch immer noch bereit.“ Über die Pläne zum Bahnhofsvorplatz sei öffentlich informiert worden, die Pläne dazu waren auch einsehbar. „Meines Wissens nutzte keiner der Unternehmer die Möglichkeit dazu“, so Dyck, zuständig für Tiefbau und Grünanlagen. In den Entwürfen des Architekten sei das Vorfeld von Beginn an als großzügige Fläche für Fußgänger vorgesehen. Aus drei geplanten Taxiplätzen wie in alten Plänen ersichtlich, sind laut Dyck vier geworden, „aber mehr konnten wir auf dieser Fläche nicht realisieren“. Das können die Taxi-Unternehmer nicht nachvollziehen. „Ein großer Platz ist ja schön, aber er muss auch funktional sein. Die Menschen wollen vom Bahnhof schnell mit ihrem Gepäck am Auto sein“, sagt Petrick. Timo Pöhls von Taxi-Wiese sagt, er könne sich noch mit der Entfernung arrangieren, wenn nur nicht die Anzahl geschmälert würde, auch seien die wenigen Plätze viel zu schmal. „Öffnet man die Tür, ist man sofort im Fahrbahnbereich.“ Kathrin Hagel aus Malente sagt: „Am Samstagsmorgen um 6 Uhr stehen wir hier mit sechs Taxen. Am Bahnhof bekommt man am ehesten noch einmal Laufkundschaft. Stellplätze in Eutin sind sonst Mangelware.“

Die Unternehmer überlegen derzeit, ob sie künftig nur noch bestellte Touren fahren und die Fahrzeuge am Nachmittag reduzieren. Das sei dann eine Konsequenz aus dem Mindestlohn und den wenigen Plätzen vorm Bahnhof. Gerne machen sie das nicht. „Gewerbesteuer und Fremdenverkehrsabgabe zahlen dürfen wir, aber bei Plänen werden unsere Bedürfnisse nicht berücksichtigt“, machen sie sich Luft. Sie erhoffen sich mehr Kundschaft und höhere Umsätze durch die LGS, aber mit den wenigen Plätzen sehen sie schwarz. Der Gau aus Taxi-Fahrersicht: „Die Nothalteplätze jetzt während der Baumaßnahmen haben wir auch nur bekommen, weil wir laut geworden sind. Die haben uns einfach vergessen.“

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