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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 13:20 Uhr

Taubeneigroße Hagelkörner zerstören Fenster

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 30.Mai.2014 | 11:17 Uhr

Das stand in der Woche vom 23. bis 29. Mai 1914 im Anzeiger:

Im überregionalen Teil berichtet der „Anzeiger“ über einen Dank des Kaisers an alle, die sich mit freiwilligen Beiträgen an den Kosten der Verstärkung der kaiserlichen Armee beteiligt haben. An gleicher Stelle hofft man auf ein Allheilmittel gegen die Sozialdemokratie, die im Reichstag noch immer nicht bereit ist, sich aktiv dem „Kaiserhoch“ anzuschließen. Die geplante Eheschließung zwischen Prinz Oskar von Preußen und Gräfin Ina von Bassewitz liefert dem „Anzeiger“ den Rahmen, um über die morganatischen Ehen bei den Hohenzollern zu informieren, schließlich heiratet der Kaisersohn doch eine „Unebenbürtige“.

In Eutin haben die Oberlehrer Schlett und Peters an der Friedrich-August-Realschule die Biedermann-Imhoof-Stiftung neu geordnet. Die Sammlung ist nun auch für die Öffentlichkeit zu besichtigen. Das Kolonialwarengeschäft Vermehren in der Weidestraße Nr. 50 wird vom Vater an den Sohn übergeben. Auch dort gibt es zu Werbezwecken ab einem Einkauf von einer Mark eine Goldrandtasse.

Der Stadtrat ist seit längerer Zeit mit der Planung der Kasernenanlage und des Exerzierplatzes beschäftigt. Die Garnisonsverwaltung kümmert sich um die Ausschreibungen. Dem „Anzeiger“ ist zu entnehmen, dass die meisten Bauaufträge an einheimische Firmen vergeben werden. So sollen die Firma Steenbock und der Betrieb von Theodor Petersen die Hochbauarbeiten für die Verwaltungs– und Stabsgebäude und der sogenannten Familienhäuser ausführen.

Am Sonntag spielt die Eutiner Stadtkapelle „Meckert“ ihr sehr beliebtes Marktkonzert. Bekannte Märsche stehen auf dem Programm. Ebenfalls an diesem Tag veranstaltet der 1. Eutiner Fußballklub von 1908 ein Freundschaftsspiel gegen den Altonaer Fußball-Klub von 1893. Ein Wettspiel, über dessen Ausgang zwei Tage später umfangreich berichtet wird. Obwohl die Eutiner ersatzgeschwächt sind, sind sie dem starken Gegner gewachsen und trennen sich beim Schlusspfiff mit dem Ergebnis 2:2.

Im Lichtspielhaus von J. Borre in der Peterstraße läuft zum letzten Mal das Drama „Seemannskind“. Borre hebt sich laut „Anzeiger“ vorteilhaft von den großstädtischen Sensationskinos ab. Da der Film besonders lang ist, wird er nicht wie sonst im Programm üblich von einer Wochenschau begleitet.

In der Gastwirtschaft „Stumpfe Ecke“, die von Otto Buchholz geführt wird, beratschlagt der Norddeutsche Schützenbund, Abteilung Eutin, über die Beteiligung am Bundesschießen. Bei Witwe Höppner im „Gasthof und Hotel zur Post“ veranstaltet die Stadttotengilde von 1668 eine Mitgliederversammlung. Im Voss-Haus bei Gastwirt Willy Janus hält die Eutin-Lübecker-Eisenbahn ihre Generalversammlung ab. Der Bericht aus dem Geschäftsjahr 1913 steht auf dem Plan und es wird über die alle Aktionäre interessierende Dividende entschieden.

In der Weidestraße 11 bei Tischlermeister Griebel tagen die Eutin Guttempler-Logen „Adler“ und „Uthinensis“. Rechnungssteller A. Zimmermann lädt öffentlich zu dieser Sitzung ein.

Das eigentlich freundliche Frühsommerwetter wird am Sonnabend durch einen heftigen Hagelschlag unterbrochen. Taubeneigroße Hagelkörner zerstören in Neudorf einige Fensterscheiben. Das begleitende Gewitter ist für mehrere Brände verantwortlich.

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