Aus dem Amtsgericht : Tatort Gartenzaun

Hätte er nur ein wenig Einsicht gezeigt. Dann wäre das Gericht bereit gewesen, die Anklage einzustellen.

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23. November 2011, 12:34 Uhr

Eutin | Da ein 50-jähriger Eutiner aber partout dabei blieb, seine Nachbarin nicht bedroht zu haben, wurde er gestern vom Amtsgericht zu einer Strafe von 700 Euro verurteilt. Die Anklage des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, die auch seine Ehefrau betraf, wurde jedoch gegen beide Angeklagte eingestellt.

Im Grunde genommen war es ein Gartenzaun, der alle Beteiligten zum Gericht führte. Der Angeklagte habe an jenem 26. April 2011 einen alten, maroden Zaun zwischen den Grundstücken so mit einem Balken gestützt, dass sie nicht mehr an ihren Holzschuppen gekommen sei, berichtete die Nachbarin. Also habe sie den Balken weggestoßen. Daraufhin sei der Angeklagte aus seiner Wohnung gestürmt, habe gepöbelt und zu einer Freundin der Nachbarin gesagt: "Diesem Dreckpack zünde ich die Hütte an." Aus Angst habe sie dann die Polizei gerufen.

Die hatte dann ihre ganz eigenen Probleme mit dem Angeklagten. Denn der sah überhaupt nicht ein, sich in seinen eigenen vier Wänden auszuweisen. In Folge der Diskussion kam es zu einer Rangelei, die ihm auch noch den Vorwurf des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte einbrachte. Da aber selbst der betroffene Polizist keine Absicht erkennen konnte, wurde dieser Vorwurf fallen gelassen.

Zu einer Einstellung der Anklage wegen Bedrohung war der Staatsanwalt jedoch nur bereit, wenn der Angeklagte ein wenig Einsicht zeige. "So geht das nicht: Alle anderen lügen und nur Sie haben Recht", erklärte der Staatsanwalt. "Warum sollte ich etwas zugeben, das ich nicht getan habe?", entgegnete der Angeklagte. Das aber sah das Gericht anders.

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