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Ostholsteiner Anzeiger

20. September 2017 | 20:25 Uhr

Tanja Rönck schrammt an der Sensation vorbei

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Malenter Bürgermeisterwahl: Kandidatin der Freien Wähler holt fast die absolute Mehrheit

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2016 | 15:01 Uhr

„Das hätte ich nicht erwartet.“ Dieser Satz war gestern Abend bei der Wahlparty im Foyer der Schule an den Auewiesen oft zu hören. Überraschend war nicht nur das starke Abschneiden der parteilosen, von den Freien Wählern Malente (FWM) aufgestellten Tanja Rönck (46), die als eine von vier Kandidaten mit 48,4 Prozent der Stimmen fast den Durchmarsch schaffte, sondern auch die herbe Schlappe für CDU-Kandidat Hans-Werner Salomon (60). Der CDU-Fraktionschef in Malente bildete mit nur 12,8 Prozent der Stimmen das Schlusslicht des Quartetts.

In die Stichwahl am Sonntag, 19. Juni, kam – und auch das überraschte manchen – mit 20,0 Prozent der unabhängige Kandidat Christian Witt (46). Damit verdrängte der Polizeibeamte aus Malente den Eckernförder Finanzbeamten und SPD-Kandidaten Jörg Meyer (55) auf den dritten Platz. Er kam auf 18,8 Prozent der Stimmen und zeigte sich froh, angesichts des Vorsprungs seiner Kontrahentin nicht in die Stichwahl zu müssen.

Tanja Rönck konnte ihr Glück kaum fassen: „Es haben so viele gesagt, ich hab’s nicht geglaubt, ich bin fix und fertig“, kommentierte die Malenterin ihr gutes Abschneiden. Christian Witt hatte im zuerst ausgezählten Wahlbezirk Neukirchen mit 33,1 zu 25,2 Prozent der Stimmen sogar noch vor Tanja Rönck gelegen und kündigte an, den Kampf aufzunehmen: „Ich gehe in die Stichwahl, auch mit dem Ziel zu überzeugen“, erklärte er.

Hans-Werner Salomon nahm die Niederlage äußerlich gelassen: „Ich gratuliere der Gewinnerin“, erklärte der kurz vor der Pension stehende Polizeibeamte bei seinem kurzen Auftritt bei der Wahlparty. Für sein schlechtes Abschneiden – CDU-Gemeindevertreter Uwe Potz empfand es als eine „schallenden Ohrfeige“ – hatte er noch keine Erklärung, vermutete aber, dass sein Alter eine Rolle gespielt habe. Seine Zukunft als Fraktionschef liege in der Hand der Fraktion, erklärte Salomon.

FWM-Fraktionschef Holger Bröhl frohlockte. Tanja Rönck sei die fähigste Kandidatin und habe die meiste Erfahrung in der Kommunalverwaltung, erklärte er ihr gutes Abschneiden. Die Amtsrätin im Amt Oldenburg-Land selbst sah die Gründe so: „Ich habe mir viel Zeit genommen.“ Offenheit, Ehrlichkeit, Bürgernähe und ihre Parteilosigkeit seien weitere Gründe. Von einer „Wahl gegen die Parteien“ sprach denn auch SPD-Fraktionschef Jürgen Redepenning, und auch FDP-Fraktionschef Wilfred Knop sah in dem Ergebnis den Ausdruck einer Parteiverdrossenheit, speziell mit der Malenter CDU.

Die Wahlbeteiligung lag bei über 52,1 Prozent, 4786 Wähler gaben ihre Stimme ab. Damit war Tanja Rönck doppelte Siegerin. Sie hatte mit 50 Prozent bei einer Wette unter den vier Kandidaten die höchste Wahlbeteiligung vorhergesagt. Kommentar Seite 4

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