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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 19:20 Uhr

Tanja Rönck hat FWM hinter sich

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Verwaltungsfachfrau aus Malente will als Bürgermeisterin für mehr Transparenz sorgen und Malentes Attraktivität für Urlauber steigern

Tanja Rönck nutzte die Gelegenheit, um etwas gerade zu rücken: Sie habe kein Problem damit gehabt, dass die Freien Wähler Malente (FWM) für eine Bürgermeistersuche der Gemeinde per Anzeige gestimmt hätten, obwohl sie als FWM-Kandidatin bereits festgestanden habe, erklärte die 46-Jährige bei einer Pressekonferenz der FWM. Im Uwe-Seeler-Fußball-Park präsentierte die Wählergemeinschaft die parteilose Malenterin nochmals als ihre Bürgermeisterkandidatin – nachdem sie diese schon vor rund einem Jahr ausgerufen hatte.

Ohne die Stimmen der Freien Wähler hätte es für die öffentliche Kandidatensuche keine Mehrheit gegeben, erläuterte Rönck. Deshalb habe deren Votum in dieser Frage ihre Unterstützung gefunden. „Das ist Ausdruck meines Demokratieverständnisses“, betonte sie, obwohl sie es mittlerweile neben dem Polizeibeamten und CDU-Mann Hans-Werner Salomon mit einem zweiten Gegenkandidaten zu tun bekommen hat. Denn auf die Anzeige meldete sich der Eckernförder Finanzbeamte Jörg Meyer, den die SPD heute Nachmittag zu ihrem Kandidaten küren will.

Die 17-köpfige FWM und deren Fraktionschef Holger Bröhl stehen dennoch weiterhin hinter Tanja Rönck: „Wir haben uns den SPD-Kandidaten angehört, ich bin nach wie vor der Meinung, dass sie die besten Qualifikationen mitbringt“, sagte Bröhl. Das bekräftigte auch Tanja Rönck selbst. Die anderen Kandidaten kämen zwar auch aus der Verwaltung. Doch: „Polizei und Finanzverwaltung haben nichts mit Kommunalverwaltung zu tun“, sagte Rönck.

Sie habe nicht nur acht Jahre lang in der Gastronomie gearbeitet, erklärte die gelernte Köchin, sondern sei mittlerweile 20 Jahre in der Kommunalverwaltung tätig. Sowohl beim Amt Großer Plöner See als auch bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber, dem Amt Oldenburg-Land bekleidete sie Leitungspositionen. Leider habe sich nach der Kommunalwahl herausgestellt, dass ihre Ziele nicht mehr deckungsgleich mit der Politik gewesen seien. Daher sei sie auf ihren Wunsch von dieser Position entbunden worden und kümmere sich jetzt als Amtsrätin vor allem um Ortsrecht, Tourismus, demografischen Wandel, ÖPNV, sozialen Wohnungsbau und besondere Projekte die Breitbandanversorgung, erklärte Rönck. Sie sagt von sich nicht nur, dass sie gerne eigenständig arbeite und Entscheidungen treffe, sondern auch, dass sie exzellent mit den Kreisverwaltungen in Plön und Ostholstein vernetzt sei.

Großen Respekt äußerte Rönck vor dem Sachverstand des Malenter Finanzausschussvorsitzenden Wilfred Knop (FDP), bis vor kurzem auch Leiter des für beide Kreise zuständigen Rechnungsprüfungsamts. „Er ist einfach der Fachmann, dem kann ich einfach nicht das Wasser reichen. Das kann ich ehrlich so einräumen“, sagte sie mit Blick auf die Malenter Finanzlage und die geplante Einführung der Doppik.

Bei den Finanzen sei es auch wegen der aufwendigen Doppik-Einführung in der ersten Legislaturperiode nicht möglich, viel zu bewegen, machte Rönck klar. Angesichts der Niedrigzinsphase will sie aber große Investitionen wie Sanierung oder Neubau der Schule an den Auewiesen zügig angehen.

Ihren Führungssil beschreibt Rönck als „offen und frei von Freund-und-Feind-Denken“, an der Sache orientiert. „Ich möchte animieren zur Selbstverantwortung, ich fordere das allerdings auch ein.“ Um Mitarbeiter dafür fit zu machen, könne sie auf ein Netzwerk für Fortbildungsanbietern zurückgreifen. Das Bürgermeisteramt verstehe sie als Schnittstelle zwischen Verwaltung und Bürgern, mehr Transparenz sei ihr Ziel.

Als wichtige Themenfelder nannte Rönck Tourismus und Mobilität. Der geplante Bürgerbus sei dafür ein Anfang, Potenzial sieht sie im Ausbau der Elektromobilität, etwa für Touristen mit E-Bikes. Dem Tourismus will sie mehr regionale Kooperation verordnen und aus einer Hand vermarktet sehen: „Ich glaube nicht, dass der Tourismusort zwei Vermarkter braucht“, sagte Rönck, die erheblichen Handlungsbedarf für das Erscheinungsbild des Kneippheilbads sieht: „Malente ist ein ganz toller Ort, aber er ist einfach nicht mehr schön.“

Der Nachfolger von Bürgermeister Michael Koch wird am 29. Mai gewählt. Termin für eine mögliche Stichwahl ist der 19. Juni. Kochs Amtszeit endet am 29. August.

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erstellt am 12.Feb.2016 | 13:19 Uhr

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