Taglilien pflanzen nach Ostern

Machten sich Gedanken, wie sie das Lilien-Projekt anschieben könnten: (von links) Vito von Eichborn, Gabriele Behrens, Marion Heine und Julia Freese.
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Machten sich Gedanken, wie sie das Lilien-Projekt anschieben könnten: (von links) Vito von Eichborn, Gabriele Behrens, Marion Heine und Julia Freese.

Gemeinde will Fläche stellen, damit das von Vito von Eichborn angestoßene Projekt „Lilienstadt“ mit einer Pflanzaktion beginnen kann

shz.de von
01. März 2017, 14:06 Uhr

Bis Malente zur Gemeinde der 100  000 Lilien wird, wie es Vito von Eichborn vorschwebt, ist es sicherlich noch ein weiter Weg. Doch ein erster Schritt soll nun gemacht werden, um die Idee des in Timmdorf wohnenden Verlegers umzusetzen. Am Sonnabend, 22. April, dem Wochenende nach Ostern, soll ein Pflanztag stattfinden, an dem erste Lilien gepflanzt werden – genauer gesagt: Taglilien. Denn die seien als pflegeleichte Attraktion viel besser geeignet als Lilien, erklärte Gabriele Behrens vor knapp 20 Gästen in der Thomsen-Kate, darunter zu Beginn auch Bürgermeisterin Tanja Rönck und Sönke Gutsche vom Bauhof der Gemeinde.

Sie sei der Taglilie regelrecht verfallen, gab Gabriele Behrens zu. In ihrem Garten, den sie zum Tag des offenen Gartens regelmäßig öffne, habe sie 480 Sorten und 1000 Sämlinge. Tatsächlich sei die Taglilie eine Pflanze für den faulen Gärtner. Die einzelne Blüte bleibe zwar nur einen Tag, doch es kämen jeden Tag neue Blüten. „Die alte können Sie im Salat essen.“

Wo die Taglilien gepflanzt werden sollen, steht noch nicht fest, allerdings wolle die Gemeinde nun abklären, welche Fläche sie zur Verfügung stellen könnte, machte Gutsche deutlich. Julia Freese, Vorsitzende der Freunde des Kurparks, brachte etwa den Parkplatz am Krützen, die Vorgärten der Schulen oder Baumscheiben ins Gespräch. Außerdem war vom Parkplatz hinter dem Rathaus und dem Lenter Platz die Rede. Derzeit schon gut bepflanzt seien die Ortseingänge, sagte Gutsche, der anbot, die Pflanzen könnten auch kostengünstig als Sammelbestellungen über die Gemeinde bezogen werden. „Wir sind daran interessiert, dass etwas passiert.“ Etwas skeptisch nahm Gutsche die Idee auf, Schulklassen in die Aktion einzubeziehen, da es dann oft an langfristigem Engagement fehle. Bei Patenschaften von Privatleuten oder Vereinen für einzelne Beete seien die Erfahrungen unterschiedlich.

Zu den offenen Fragen gehörte das Thema Finanzierung. „Ich hoffe auf Spenden“, erklärte von Eichborn. Gabriele Behrens machte klar, dass Schönheit ihren Preis hat. „Billige, wuchernde Lilien zu pflanzen, die andere wegschmeißen, das ist kein Aushängeschild für Malente. Dann lassen Sie es lieber ganz“, mahnte sie.

Denn es gibt in Sachen Taglilien durchaus Konkurrenz. So habe das niedersächsische Bad Zwischenahn ein Taglilien-Rondell, sagte Gabriele Behrens. Dieses wurde 2002 bei der Landesgartenschau angelegt und weist mittlerweile 450 Pflanzen auf. Zwei konzentrische Ringbeete mit einem Außendurchmesser von 40 Metern zeigen dabei die Züchtungsentwicklung von 1893 bis heute. Zwölf Beete im Inneren des Rondells zeigen die vielfältigen Gesichter der Taglilien. Eine Gruppe von 15 freiwilligen Helfern putzt während der Blütezeit dreimal wöchentlich die Pflanzen, wie der Internet-Seite www.hemero callis-europa.eu zu entnehmen ist.

Ältere Sorten seien für 4 bis 5 Euro pro Fächer zu bekommen, bei Neuzüchtungen müssten bis zu 200 Euro angelegt werden, berichtete Gabriele Behrens. Außerdem sei es nicht ratsam, ausschließlich Lilien zu pflanzen. „Wenn die verblüht sind, ist da nichts mehr.“ Deshalb müsse auf jeden Fall etwas dazu gepflanzt werden.

Vito von Eichborn will die Lilieninitiative auch den privaten Hausbesitzern nahebringen und dazu auf Vorschlag von Erich Eichhorn Kontakt mit dem Haus- und Grundbesitzerverein in Malente aufnehmen. Gegen Ende der Versammlung hatte Gabriele Behrens noch eine Überraschung parat. Sie übergab Vito von Eichborn einen Umschlag mit Gutscheinen für Sämlinge im Wert von insgesamt gut 200 Euro als Starthilfe für das Projekt.

Wer sich dafür interessiert, selbst Taglilien zu pflanzen, kann sich auf der Internet-Seite von Gabriele Behrens unter der Adresse www.tag
lilientraum.de Anregungen holen. Wer sich für das Projekt Lilienstadt Malente interessiert, kann sich per E-Mail unter der Adresse vito libro@vitolibro.de an Vito von Eichborn wenden.

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