Tageseltern kommen jetzt doch kostenlos zur Landesgartenschau

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05. Mai 2015, 11:50 Uhr

Nach unserer Berichterstattung zu den Eintrittsgeldern für die Landesgartenschau entbrannte bei den Eutiner Tagespflegepersonen eine heiße Diskussion. Die LGS hatte erklärt, dass Kindergartengruppen freien Eintritt haben, Tageseltern jedoch nicht. „Wieso sollen wir schlechter gestellt werden als die Kindergärten?“, fragte Katja Behrends in einem Leserbrief stellvertretend für mehrere Betroffene.

„Wir haben wirklich lange überlegt, wie wir die LGS kinder- und familienfreundlich gestalten können“, sagte LGS-Geschäftsführer Martin Klehs gestern. „Das Tarifsystem wird jetzt um Freikarten für Betreuungspersonen von Kindergruppen ergänzt. Das ist einmalig, verglichen mit der BuGa im Havelland oder der LGS damals in Norderstedt“, betont Klehs.

Konkret funktioniert die Neuerung des Systems wie folgt: Nicht nur Kinder im Alter zwischen 0-6 Jahren, auch
jeweils zwei Begleitpersonen einer Gruppe von mindestens 10 Schulkindern, Kindergartenkindern oder Tagespflegekindern erhalten über eine kostenfreie Tageskarte freien Zugang zur Gartenschau. „Wir möchten die zeitgemäßen unterschiedlichen Betreuungsformen von Kindern mit unserem ergänzten Ticketsystem aktiv unterstützen“, sagte Klehs. „Auch Tagesmütter haben so die Möglichkeit, sich zu einem schönen und erlebnisreichen Tag auf der Landesgartenschau zu verabreden und diesen gemeinsam mit den Kindern zu erleben.“

Tagesmutter Katja Behrends ist vorerst zufrieden: „Das war genau das, was wir erreichen wollten. Dass auch an uns gedacht wird, die wir derzeit keine Möglichkeit haben, mit den Kindern in nahegelegene Parks zu gehen.“ Das einzige Problem bestünde derzeit noch an der Untergrenze von zehn Kindern. Behrends erklärt: „Eine Tagesmutter darf nur bis zu fünf Kinder betreuen, viele nutzen dies nicht aus, um allen Kindern bestmöglich gerecht zu werden, je nach Altersgruppe der Kinder.“ Wenn nun ab zehn Kinder nötig seien, um freien Eintritt als Betreuer zu erhalten, müssten sich nicht selten rund drei Tagespflegepersonen verabreden, wovon dann nur zwei Betreuungspersonen kostenlos hinein dürften. „Das ist noch nicht richtig durchdacht“, findet Behrends. „Meine Kollegin und ich haben in der Spitze zwar zehn Kinder, aber auch nur, wenn keines krank oder im Urlaub ist.“ Von den rund 20 Tagesmüttern und -vätern in Eutin seien rund um die derzeit geschlossenen Parks zehn direkt betroffen, die bisher täglich das städtische Grün nutzten.

Martin Klehs sagte, damit konfrontiert: „Wir wollen die LGS kinder- und familienfreundlich gestalten. Und letztlich können wir darüber auch noch mal reden.“ Es sei ein spezieller Info-Abend für Tagespflegepersonen geplant, bei der konkret auch über solche Probleme diskutiert werden könne.

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