zur Navigation springen

Kirchenkreis Plön-Bad Segeberg : Synode lehnt Klimaschutzgesetz ab

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Nordkirche solle Gemeinden und Kirchenkreise ermutigen, durch Ausbildung und finanzielle Anreize Weg des Klimaschutzes zu gehen.

Plön | 60 der 88 Synodalen aus dem Kirchenkreis Plön-Bad Segeberg stellten am Wochenende den Haushalt und den Entwurf des Klimaschutzgesetzes der Nordkirche in den Mittelpunkt ihrer Debatten. Propst Erich Faehling erinnerte in seinem Kirchenkreisbericht an die hohe Fluktuation 2014: 32 der insgesamt 71 Pastoren tauchten darin auf. Er unterstütze die Linie seiner Vorgänger und Synoden, nur so viele übergemeindlichen Pfarrstellen einzurichten, wie unbedingt nötig seien, weil „in der dörflichen Lebensstruktur der Keim der Kirche liege“. Die Übernahme einiger Kitas in Trägerschaft des Kirchenkreises habe ihnen zu guter Struktur und Ruhe verholfen.

Das anstehende Reformationsjubiläum, auf das der Kirchenkreis mit vielen Aktionen durch alle Gemeinden zugehen wolle, nannte Propst Faehling einen wichtigen Impuls zur Schärfung des eigenen Profils. Die 1700 Austritte 2014, hervorgerufen wohl durch den kleinen Impuls des automatisierten Einzugs der Kapitalertragssteuer, zeige, wie dünn die Bindungen zur Kirche bisweilen sind. Faehling: „Wir müssen den Menschen klar machen, wo die Relevanz der Kirche liegt: Im Lindern der Not der Menschen und im Gestalten der Freude über das wertgeschätzte Leben.“ Die Diskussion um den Gottesbezug in der Verfassung könne dabei helfen, dies zu vermitteln.

Um den Weg bis zum Reformationsjubiläum am 31. Oktober 2017 zu gestalten, bewilligte die Synode einmütig 40  000 Euro für drei Jahre. Die Steuerungsgruppe plant im Kirchenkreis Ausstellungen, Chortreffen, Wettbewerbe, Diskussionsveranstaltungen und besondere musikalische Großereignisse. Über 70 Events könnten auf diese Weise zusammenkommen, kleine und große. Es gehe darum, sich selbst der eigenen Traditionen neu bewusst zu werden, sie für die Gegenwart fruchtbar zu machen und damit zu werben, meinte Peter Wiegner.

Routiniert stellte Holger Neitz den Haushaltsplan 2015 vor. Gerechnet wird mit einem Kirchensteueraufkommen von 14  399  700 Millionen Euro, was ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber 2014 bedeutet. Allerdings sei in diesem Jahr nicht mit Clearingmitteln zu rechnen, so dass letztlich ein leichtes Minus zu verzeichnen ist. So bleiben für die Kirchengemeinden 6,38 Millionen Euro, was fast der Höhe des Vorjahreshaushaltes entspricht. Die zugrunde gelegte Gemeindegliederzahl beträgt 128  483 Menschen.

Die Schlussabrechnung des großen Kirchenkreisprojektes „Marienhof“ zeigte eine „Punktlandung“. Das von der Synode beschlossene Finanzvolumen konnte leicht unterschritten werden und liegt mit der Endabrechnung bei 10  289  463,85 Euro. Alle Wohnungen und Pflegeplätze seien besetzt. „Die Warteliste ist so lang, dass man drei Häuser füllen könnte“, meinte Geschäftsführer Andreas Fenker.

Großen Diskussionsbedarf hatte die Synode über den Kirchengesetz-Entwurf zur Förderung des Klimaschutzes in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (KlSchG). Die Synode begrüßte ausdrücklich die Klimaschutzbemühungen der Nordkirche. Der Kirchenkreis geht den Weg des Klimaschutzes bereits seit 2013 durch ein mittelfristiges energetisches Sanierungsprogramm der Pastorate mit einem Finanzvolumen von 1,67 Millionen Euro. Die Synode ist aber fast einhellig der Auffassung, dass es dafür keines eigenen Gesetzes bedürfe, sondern die Nordkirche solle die Gemeinden und Kirchenkreise ermutigen, durch Ausbildung und finanzielle Anreize den Weg des Klimaschutzes weiter zu gehen und nicht durch Direktiven.  

zur Startseite

von
erstellt am 10.Mär.2015 | 04:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen