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Sylvia Plath und Ted Hughes – eine Künstlerehe mit hohem Anspruch

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eines der am meisten diskutierten Dichterpaare des 20. Jahrhunderts ist morgen (5. November) um 19.30 Uhr Thema in der Kreisbibliothek Eutin. Aus den Werken von Sylvia Plath und Ted Hughes lesen die Schauspielerin Eva Krautwig und der Autor Hans-Ulrich Möhring. Durch den Abend führt Karen Nölle, Herausgeberin des Verlages editionfünf.

In dem Verlag ist 2013 die deutsche Ausgabe von Diane Middelbrooks Biografie „Du wolltest Deine Sterne“ erschienen. Darin wird die Geschichte des Dichterpaares weit über Sylvia Plaths Tod hinaus erzählt. Ted Hughes machte als Nachlassverwalter ihre unveröffentlichten Gedichte und Manuskripte einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Darüber hinaus zeigt Diane Middelbrook aber auch auf, wie sehr die Auseinandersetzung mit seiner großen Liebe das eigene Werk Ted Hughes bis zu seinem Tod 1988 beeinflusst hat.

Die Beiden lernten sich im Februar 1956 an der Cambridge Universität kennen und lieben. Die Amerikanerin Sylvia Plath war zu diesem Zeitpunkt 24 Jahre alt und hatte gerade eine Auszeichnung für ihre Gedichte bekommen. Mit einem Stipendium war sie nach England gereist. Der Brite Ted Hughes, zwei Jahre älter als sie, war damals eine lokale Größe in den Literaturzirkeln von Cambridge. Bereits vier Monate später waren sie verheiratet. Sechs Jahre lang lebten sie in einer intensiven Lebens- und Arbeitsbeziehung, bereit, sich gegenseitig zu fördern und zu fordern.

Aber nach der Geburt der beiden Kinder Frieda und Nicolas litt Sylvia Plath zunehmend unter dem Balanceakt, perfekte Hausfrau, sorgende Mutter und zugleich produktive Dichterin sein zu wollen. Sie schrieb immer weniger und fand sich zunehmend im Schatten von Ted Hughes Erfolg wieder, leidend unter dem Gefühl der eigenen Bedeutungslosigkeit. Als dann im Herbst 1962 Ted Hughes eine Affäre mit einer anderen Poetin begann, stand die Ehe vor dem Aus.

Nach der Trennung war Sylvia Plath produktiv wie nie zuvor, aber gleichzeitig versank sie immer stärker in Depressionen. Im Februar 1963 nahm sie sich mit dreißig Jahren das Leben. Vier Wochen vorher war ihr Roman „The Bell Jar“ („Die Glasglocke“) erschienen, heute ein Klassiker der Weltliteratur.

Veranstalterinnen des Abends sind die LiteraturGalerie64, die Kreisbibliothek Eutin, die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Ostholstein und die editionfünf.

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erstellt am 30.Okt.2014 | 13:58 Uhr

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