Kirchenmusikerin in Malente : Susanne Schwerk motiviert ihre Chöre trotz Corona zum Singen

Hier würde sie gerne öfter sitzen, als es Corona zurzeit zulässt: Susanne Schwerk an der Orgel in der Maria-Magdalenen-Kirche in Malente.
Hier würde sie gerne öfter sitzen, als es Corona zurzeit zulässt: Susanne Schwerk an der Orgel in der Maria-Magdalenen-Kirche in Malente.

Die Organistin und Kantorin ist Nachfolgerin von Henning Rasch. Derzeit sitzt sie eher am Schreibtisch als an der Orgel.

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09. Februar 2021, 17:46 Uhr

Malente | Eigentlich hätte Susanne Schwerk jetzt viel zu tun mit der musikalischen Vorbereitung der Gottesdienste in Malente und Neukirchen und mit Chorproben. Doch die Corona-Pandemie hat auch die Arbeit der neuen Kantorin und Organistin in Malente, die auch für die Kirchenregion Holsteinische Schweiz mit Eutin, Neukirchen und Bosau zuständig ist, empfindlich gestört. „Seit November geht nichts mehr“, sagt die Kirchenmusikerin mit Blick auf die Maßnahmen zum Infektionsschutz, die seitdem ein gemeinsames Singen verhindern.

Im Profil: Susanne Schwerk ist die neue Kirchenmusikerin in Malente

Immerhin hatte die Nachfolgerin von Henning Rasch nach ihrem Start im August noch Gelegenheit, bei Proben die Mitglieder der Chöre kennenzulernen. Die Angebote sind vielfältig: In Malente gibt es für Erwachsene den Regionalchor Holsteinische Schweiz, der im Haus der Kirche probt. Hier liege der Schwerpunkt auf populärer Kirchenmusik mit Gospeln und jazzigen Stücken, erklärt Susanne Schwerk. Der Kammerchor Holsteinische Schweiz sei ein klassischer Projektchor mit A-cappella-Musik und ebenfalls jazzigen Stücken. In Malente probt außerdem die Band der Kirchenregion.

Angebote für die jüngere Generation gibt es in Eutin und Neukirchen. In Eutin sind dies der Kinderchor (4 bis 7 Jahre), die Kinderkantorei (8 bis 11 Jahre) und der Jugendchor (ab 12 Jahren), die jeweils im Gemeindesaal St. Michaelis proben. Das geplante Musical ruhe derzeit, sei aber jederzeit abrufbar: „Wir müssen abwarten und brauchen Geduld.“ Ein weiterer Kinderchor probt in der Neukirchener Pastoratsscheune.

Anreize für die Chormitglieder

Derzeit versucht Susanne Schwerk, die Chor- und Bandmitglieder auch ohne die Möglichkeit realer Treffen bei der Stange zu halten. Das sei viel Schreibtischarbeit. „Ich versorge die Chorsänger regelmäßig mit leichten Musikbausteinen, damit sie zu Hause singen können“, berichtet sie. Das seien etwa Videos von Einsingübungen, die sie zu Hause mitmachen könnten, oder auch Kanons zum mitsingen.

Die Stimme ist wie ein Muskel, der trainiert werden muss. Susanne Schwerk, Kirchenmusikerin
 

Mit den Videos will die Kantorin ihre Sängerinnen und Sänger animieren, ihre Stimme zu pflegen, auch wenn sie derzeit nicht proben, geschweige denn öffentlich auftreten können. Dies sei wichtig. „Die Stimme ist wie ein Muskel, der trainiert werden muss.“ Material für die Übungen gebe es bei den Landeskantoren. Kindern schicke sie beispielsweise Body-Percussions auf Video. So könnten die jungen Chormitglieder dies zu Hause nachmachen.

Auch die Kirchen-Band ist eingebunden

Die Band habe sie dabei eingebunden. „Die Musiker haben zu Hause ihre Instrumente eingespielt.“ Sie selbst habe das Klavier beigesteuert und die einzelnen Stimmen zusammengelegt. So sei ein Playback zum Üben entstanden. „Damit haben die Chorsänger musikalische Unterstützung und mehr Spaß beim Singen.“ Wenn es wieder möglich sei, solle das Stück live aufgeführt werden. Ein Fingerzeig für die Zukunft: „Ich möchte mit den Leuten viel singen und die Band einbinden, damit sie den Chor begleitet.“

Homepage in Vorbereitung

In Kürze werde außerdem eine Homepage online gehen, mit der sie ihren musikalischen Arbeitsbereich koordinieren wolle, berichtet Susanne Schwerk. „Dort werden alle Nachrichten zentral gesammelt.“ Außerdem gebe es Informationen zu den Orgeln in der Kirchenregion, von denen das bereits 1726 gebaute Instrument in der Neukirchener St.-Johannis-Kirche hervorsteche.

Ich möchte, dass die Gemeinde schön singt, das sind meine Träume. Susanne Schwerk, Kirchenmusikerin
 

Ihr Wunsch für die Zukunft: „Ich möchte, dass die Gemeinde schön singt, das sind meine Träume.“ Dafür wolle sie motivieren, Hemmungen abzulegen und zu erfahren, wie lebendig Kirchenmusik sei. Einen Anfang dafür habe sie gemacht, als sie mit den Gottesdienstbesuchern im Anschluss draußen gesungen habe. Dabei habe sie Elemente wie Body-Percussion – das Musizieren mit Hilfe verschiedener Körperteile –, Klatschen oder Call and Response – das musikalischen Muster von Ruf und Antwort – genutzt.

Auftritt mit ihrer Tochter, Singer-Songwriterin Katharina Schwerk

Ab Sonntag, 14. Februar, wird Susanne Schwerk zumindest virtuell zu erleben sein. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger der Kirchen-Band und ihrer Tochter, der in Lübeck lebenden Singer-Songwriterin Katharina Schwerk, wirkt sie mit an der Gestaltung eines Online-Gottesdiensts der Kirchengemeinde Malente. Zu hören seien zwei modernere Stücke für Orgel und Schlagzeug, außerdem begleite sie ihre Tochter an E-Piano und Orgel. Dazu führe ihre Tochter ein eigenes Stück auf, zu dem sie sich selbst begleite. Gefilmt habe Rasmus Freese.

Online-Gottesdienst zum Valentinstag

Derzeit gibt es Corona-bedingt keine Präsenzgottesdienste in Malente. Pastor Thomas Waack hat daher mit seinem Team einen Online-Gottesdienst zum Valentinstag vorbereitet. Er stehe unter dem Thema „Es ist was es ist, sagt die Liebe“, erklärt Waack. Zu sehen sei der Gottesdienst ab Sonntagfrüh, 14. Februar, auf der Webseite der Kirchengemeinde.

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