Süseler Jugendwehr im Einsatzstress

Vor dem Schulgebäude bauen die Jugendlichen eine Löschwasserversorgung auf. Fotos: Schröder
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Vor dem Schulgebäude bauen die Jugendlichen eine Löschwasserversorgung auf. Fotos: Schröder

Bei ihrem Berufsfeuerwehrtag absolvierten 25 Jugendliche zahlreiche Übungen: Sie löschten Feuer, retteten Vermisste und befreiten Eingeklemmte

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08. Juni 2014, 17:16 Uhr

Die Alarmmeldung kommt um 16.13 Uhr: „Feuer im Keller der Schule, vier Vermisste“. Minuten später treffen am Pfingstsonnabend mehrere Einsatzfahrzeuge der Süseler Gemeindewehr mit Blaulicht und Martinshorn vor dem Schulgebäude ein. Doch aus den Kabinen der Löschfahrzeuge springen überwiegend keine erfahrenen Feuerwehrleute, sondern Jugendliche. Es ist bereits die vierte Übung für 25 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Süsel an diesem Wochenende. Die Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren machen mit beim mittlerweile achten Berufsfeuerwehrtag der Jugendwehr.

Natürlich läuft vieles noch nicht so ab, wie es bei einem realen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr passieren würde. So gibt es keine Atemschutzmasken und auch der Aufbau der Wasserversorgung dauert ein wenig länger. Doch im Prinzip agieren die Jugendlichen wie die Erwachsenen es tun würden. Als vier Jugendliche zum Brandort vordringen, tun sie es wie die Profis: Ganz vorsichtig wird eine Stahltür im Keller geöffnet, um ein Durchzünden – eine plötzliche Explosion durch Luftzufuhr – zu verhindern. Dann wird vorsichtig der Heizungsraum erkundet, wo sich die „Vermissten“, dargestellt durch lebensgroße Puppen, befinden.

Ein „Vermisster“ wird schließlich entdeckt – halb unter der Heizungsanlage liegend. Die Jugendlichen befreien ihn aus seiner misslichen Lage und heben ihn auf eine Trage. Doch als sie ihn herausbringen wollen, greift Jugendfeuerwehrwart Dirk Martens ein: „Wollt ihr die Person nicht sichern?“, fragt er. Jetzt fällt auch den jungen Rettern auf, dass die Gurte noch lose an der Trage baumeln. Schnell holen sie das Versäumte nach und bringen den „Verletzten“ ins Freie.

Die kleine Panne ist für Dirk Martens kein Problem: „Klar sollen Fehler passieren“, erklärte er. „Die Fehler, die sie jetzt machen, machen sie später nicht nochmal.“ Insgesamt ist er bis zu diesem Zeitpunkt schon recht zufrieden mit seinen Jugendlichen. So galt es auf Hof Todt in Kesdorf eine Person zu befreien, die unter landwirtschaftlichem Gerät eingeklemmt war. Und in Martens Garage war eine Person zu befreien, die nach dem Einsturz des Daches eingeklemmt war. „Das haben die gut gelöst“, lobt Martens. Mit Fingerspitzengefühl hätten die Jugendlichen übereinanderliegende Hölzer nach und nach abgeräumt.

Bei der Schule ist auch die Zarnekauer Jugendwehr mit von der Partie. Sie wird „nachalarmiert“, um eine Wasserversorgung vom nahegelegenen Löschteich aufzubauen, was auch schnell gelingt. Anschließend wird gemeinsam mit den Zarnekauern gegrillt.

Für die Jugendlichen der Süseler Wehr wird die anschließende Nacht jedoch kurz. Um 0.53 Uhr rücken sie wieder aus – zum Krankenhaus nach Middelburg. Doch es wird ein kurzer Einsatz. Es handelt sich um einen Fehlalarm der Brandmeldeanlage. Doch schon um 5.05 Uhr geht es wieder los. Eine Personensuche steht auf dem Programm. Bis am frühen Vormittag gegrillt wird, sind noch eine Türöffnung und ein Feuer zu bewältigen. Den Pfingstmontag werden die Jugendlichen zur Erholung brauchen.

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