St. Laurentius-Kirche : Süseler feiern ihren familiären Motorradgottesdienst

Über 50 Biker waren zum 11. Motorradgottesdienst gekommen.
Über 50 Biker waren zum 11. Motorradgottesdienst gekommen.

Wenn statt getragener Orgelklänge "Born to be wild" den Gottesdienst in der Süseler St. Laurentius-Kirche eröffnet - dann ist wieder Motorradgottesdienst.

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12. September 2011, 10:53 Uhr

Süsel | Aber warum ausgerechnet ein Motorradgottesdienst? "Die Biker sind sich bewusst, dass ihre Fahrten sehr gefährlich sind", erklärt Pastor Matthias Hieber. Darüber hinaus habe man vor zehn Jahren, beim ersten Süseler Motorradgottesdienst, zeigen wollen: "Was die Großstädte können, das können wir auch", schildert Gerold Wiechmann. Er gehört seit Anfang an mit zum MoGo-Team, das für die Gestaltung des Gottesdienstes zuständig ist. Und sie haben gezeigt, dass sie es können. Wenn auch nicht so groß wie der MoGo in Hamburg.

Rund 50 Biker kamen zum Gottesdienst und der anschließenden Rundtour durch Ostholstein. Aus ganz Schleswig-Holstein und sogar aus Mecklenburg-Vorpommern reisten sie an, der älteste aktive Fahrer ist 83 Jahre alt, der jüngste (als Beifahrer) erst elf Jahre. Einer von ihnen ist der Eutiner Jürgen Fellbaum. Dem Yamaha-Fahrer gefällt gerade die familiäre Atmosphäre des kleinen Gottesdienstes. Zu der auch die mit gelben Halstüchern und kleinen Plastik-Bikern geschmückte Kirche gehört. Das erste Mal sind hingegen Jarek und Dorota Pospieszny dabei. "Es war eine spontane Idee." Immerhin sei der 11. September ein besonderer Tag, und da sie Biker seien, hätten sie sich für den Gottesdienst in Süsel entschieden.

Natürlich wird auch hier der Opfer der Anschläge gedacht. Im Mittelpunkt steht aber das Motto "Fährst du schon oder navigierst du noch?". Denn so wie das Motorrad eine Art der Freiheit geben könne, so könne der Glaube eine Freiheit der Seele sein. Um dies zu verdeutlichen, studierten die Mitglieder des MoGo-Teams sogar eine kleine Aufführung ein.

Dann aber hieß es "Gas geben!" Und wer genau hinsah, konnte sogar Pastor Matthias Hieber auf dem Sozius einer Maschine entdecken.

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