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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 02:44 Uhr

Süsel streitet über Bauleitplanung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Freie Wähler warnen vor einer häppchenweise Ausweisung von Bauland ohne Gesamtkonzept / Rathausnutzung wieder Streitthema

von
erstellt am 18.Mär.2016 | 10:37 Uhr

In der Gemeindevertretung Süsel ist die gemeinsame Linie bei der Ausweisung von Baugebieten zuende: Die dreiköpfige Fraktion der Freien Wähler Süsel (FWS), der auch Bürgermeister Holger Reinholdt angehört, stimmte Donnerstag bei einer Sitzung im Vereinsheim der Meinsdorfer Schützen gegen die Ausweisung von zwei kleinen Bauflächen in Gothendorf und Bujendorf.

Reinholdt begründete die Ablehnung mit dem Hinweis, dass sich alle Fraktionen darauf geeinigt hätten, ein Konzept zur Ausweisung von Neubaugebieten zu entwickeln und dabei auch örtliche Schwerpunkte zu setzen. Die Hoffnung auf ein größeres Gebiet in Süsel habe sich bisher nicht erfüllt, da seien weitere Gespräche notwendig.

Aber statt eines Gesamtkonzeptes beginne nun auf Betreiben von CDU und SPD, die Ausweisung von kleinen Baugebieten. Das könne gefährlich werden, warnte Reinholdt, denn alle diese kleinen Flächen könnten die Landesplanung dazu bringen, ein größeres Baugebiet abzulehnen. Im übrigen habe eine Untersuchung ergeben, dass in der Gemeinde noch Baulücken mit einer Gesamtfläche von 67  000 Quadratmetern vorhanden seien.

Sowohl Klaus Berger (SPD) als auch Adrianus Boonekamp (CDU) verteidigten den eingeschlagenen Weg: Wie lange wolle man denn noch auf ein Konzept warten, fragte Berger, für dessen Umsetzung auch noch weitere Jahre ins Land gingen. Der Schaden für die Gemeinde falle größer aus, wenn sie jetzt kein neues Bauland ausweise – was in der direkten Nachbarschaft in großem Stil geschehe. Berger setzte nach: „Wollen wir warten, bis die Zinsen wieder bei sechs oder sieben Prozent sind?“

Dringlichkeit betonte auch Boonekamp. Er nannte daneben die 67  000 Quadratmeter Baulücken unrealistisch, da seien Grundstücke dabei, die niemals jemand bebauen würde – und sogar die Hofflächen von landwirtschaftlichen Betrieben seien eingerechnet, ergänzte Karsten Klüver (CDU).

Ein weiteres Streitthema war die künftige Nutzung der leeren Räume im Rathaus. Grundsätzlich befürworteten alle drei Fraktionen die Idee, den Vertrag mit der Stadt Eutin so zu ändern, dass die Gemeinde wieder über die Nutzung der Räume entscheiden können. Eigentlich sollten dort Eutiner Rathausabteilungen einziehen, doch dazu ist es seit zehn Jahren nicht gekommen.

Die SPD stimmte aber dagegen, dass die Räume auf absehbare Zeit als mögliche Unterkünfte für Flüchtlinge freigehalten werden. Sie sollten lieber vermietet werden. Dieser Zweckbestimmung stand einer Mehrheit aus CDU und FWS entgegen.

Ein neues, aber vertrautes Gesicht ist in die Vertretung eingezogen: Andreas Wende (SPD) aus Gömnitz hatte sein Mandat zurückgegeben, seine Nachfolge trat Andreas Lunau (Röbel) an, der bis 2013 der Vertretung angehörte. Beide teilen nicht nur den gleichen Vornamen, sondern auch das Hobby Feuerwehr.

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