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Süsel hat kein Geld für Sportplatzsanierung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 21.Nov.2015 | 00:32 Uhr

Manchmal, so berichtete Holger Böttcher, Vorsitzender des TSV Süsel, am Donnerstag im Süseler Sozialausschuss, manchmal seien Schiedsrichter gar nicht mehr bereit, Fußballspiele überhaupt anzupfeifen. Zu schlecht sei der Zustand des Süseler Sportplatzes. Saniert wird dieser aber trotzdem nicht. Am Willen der Ausschussmitglieder lag das nicht, allein es fehlt das Geld.

Zwei verschiedene Varianten stellte Klemens Nitsche, Fachdienstleiter Jugend, Sport und Soziales, in der Verwaltungsgemeinschaft Eutin und Süsel, im Ausschuss vor. Entweder könnte der Sportplatz mit einem Kunstrasenplatz hergerichtet werden. Laut Schätzung aus dem Jahr 2013 würde das rund 600  000 Euro kosten, die Folgekosten aber seien gering. Oder aber der Sportplatz würde umfassend saniert und die Rasenfläche neu angelegt. Die Kosten dafür würden zwischen 200  000 und 350  000 Euro betragen.

Fördermittel gäbe es höchstwahrscheinlich keine, laut Verwaltungsvorlage würden lediglich beim Förderprogramm „Leitprojekte integrierte ländliche Entwicklung“ mit „viel Wohlwollen“ die Mindestanforderungen erfüllt werden, und auch dann stehe das Süseler Bauvorhaben ganz unten im Ranking. Die Chancen auf eine Förderung seien minimal. Derzeit aber sei die Gemeinde gerade noch in der Lage, den Platz bespielbar zu halten. „Mit unseren Eigenmitteln können wir den Platz nur erhalten, nicht verbessern“, erklärte Nitsche. Und allein diese Erhaltung koste pro Jahr zwischen 15  000 und 18  000 Euro.

Dass der Sportplatz kaum noch den Ansprüchen genüge und etwas geschehen muss, darüber waren sich die Ausschussmitglieder einig. „Aber in unserer momentanen Lage, in der wir mit den Flüchtlingen so viel zu schlucken haben, fehlt uns für beide Varianten das Geld“, brachte es SPD-Fraktionschef Albrecht Dudy (SPD) auf den Punkt. „So schön es auch wäre, wir müssten alles voll über Schulden machen“, sagte Dudy weiter. Aus diesem Grund könne er sich mit keiner der beiden Optionen anfreunden. „Trotz der Flüchtlinge sollten wir nicht vergessen, dass wir auch hier in der Gemeinde Kinder haben“, wandte Wolfgang Schümann (FWS) ein. Und auch der CDU-Fraktionschef Adrianus Boonekamp plädierte dafür, „nicht jedes Mal, wenn wir etwas für die Gemeinde machen wollen, das Thema ,brauchen Geld für Asylanten‘ als Vorwand zu nehmen.“

Angesichts der aktuellen Finanzsituation sei es eine Wahl zwischen Pest und Cholera, befand der Ausschussvorsitzende Michael Woyna (CDU). Und auch wenn es sich bei der Entscheidung über Kunst- oder Echtrasen um eine mittelfristige Planung handele, irgendwann komme die Sportplatzsanierung sowieso auf die Gemeinde zu. „Bis dahin aber sollten wir versuchen, andere Möglichkeiten zur Finanzierung oder des Sponsorings zu finden.“

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