zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

19. November 2017 | 00:37 Uhr

Süsel ermittelt Sportstätten-Bedarf

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wissenschaftler der Kieler Universität sammeln Daten über Sportaktivitäten, -interessen und das Angebot vorhandener Sportstätten

von
erstellt am 05.Mai.2017 | 04:00 Uhr

500 Haushalte in den 15 Dörfern der Gemeinde Süsel bekommen in den nächsten Tagen Post. Sie wurden zufällig ausgewählt für eine Umfrage über sportliche Vorlieben. Die Fragebogen sollen Informationen liefern für ein Gutachten, das die Gemeindevertretung in Auftrag gegeben hat. Sie erhofft sich grundlegende Hinweise darauf, wie der Bestand an Sportstätten und -plätzen entwickelt werden soll.

Neben etwa zehn Prozent der Einwohner sollen für dieses Gutachten alle Sportvereine in der Gemeinde um die Übermittlung von Daten gebeten werden, sagte gestern Prof. Dr. Jens Flatau bei einem Pressetermin. Der Leiter des Arbeitsbereichs Sportökonomie und Sportsoziologie des Instituts für Sportwissenschaft der Kieler Universität und sein Mitarbeiter Jan Kähler erläuterten, wie die Daten für das Gutachten gewonnen werden.

Neben Fragebögen für Vereine und Einwohner werde eine Bestandsaufnahme zu dem Zustand der Sportstätten mit besonderem Augenmerk für die Rasenplätze in Süsel und Bujendorf erfolgen. Nach einem Zwischenbericht im September sei ein Workshop mit Vertretern von Vereinen, Gemeindevertretung und -verwaltung sowie interessierten Bürgern vorgesehen, bevor das Gutachten im Oktober fertig sein soll.

Damit gebe es die Möglichkeit, Geld – zum Beispiel für die Sanierung des Süseler Sportplatzes – im Haushaltsplan 2018 bereitzustellen, sagte Bürgermeister Holger Reinholdt. Einen Haken hat die Sache: Obwohl die Kommunen dazu verpflichtet seien, für ihre Einwohner Sportstätten vorzuhalten, gebe es kein Förderprogramm des Landes. Höchst wahrscheinlich sei aber, dass ein vorhandenes Sportstättengutachten die Chance auf eine Förderung erhöhe, wenn es einmal eine gebe, ergänzte Klemens Nitsche, Fachdienstleiter der Verwaltung.

Obwohl die Gemeinde strukturschwach sei und nach der Finanzplanung in den kommenden zwei Jahren noch mit roten Haushaltszahlen rechnen müsse, könne sie aber „nicht alles den Bürgern vorenthalten“, sagte Reinholdt. Mit dem Gutachten dürften aber keine falschen Hoffnungen geweckt werden: Die Gemeinde werde zu nichts verpflichtet, dass Gutachten habe reinen Empfehlungscharakter.

Eine mögliche Empfehlung deutete Jens Flatau mit vielen Konjunktiven nach einem Hinweis auf die Diskussion um die Belastung des Süseler Sportplatzes durch die Gründung einer American-Football-Sparte an: Für jede Sportart gebe es Werte, wie stark sie einen Sportplatz belaste. Der Wert von American Football sei besonders hoch . Es könne also sein, dass im Gutachten ein Kunstrasenplatz empfohlen werde.

Kunstrasen sei zwar etwa drei Mal teurer als Naturrasen, aber deutlich stärker belastbar, er brauche kaum Regenerationsphasen und koste weniger bei der Pflege. Die Investitionskosten bezifferte Jan Kähler: Ein Rasenplatz sei ab 180  000 Euro zu haben, ein Kunstrasenplatz ab 600  000 Euro. Das Sportgutachten wird 10  000 Euro kosten. Immerhin gibt es dafür einen Zuschuss: Das Land übernehme 8000 Euro, sagt Reinholdt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen