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Sturmschäden: Kommunen fordern mehr Geld vom Land

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Große Schäden hatte Sturmtief „Axel“ Anfang Januar in vielen Orten an der Ostsee verursacht. Die Kommunen fordern jetzt vom Land deutlich mehr Hilfe als die zwei Millionen Euro, die die Regierung in Aussicht gestellt hat – nach Informationen unserer Zeitung übersteigen die Forderung die Summe um ein Vielfaches. „Die Äußerungen vieler Bürgermeister der betroffenen Gemeinden deuten darauf hin, dass das Geld, dass das Land in dem Sturmflutfonds bereitstellen will, nicht reicht“, sagt der Geschäftsführer des schleswig-holsteinischen Gemeindetages, Jörg Bülow.

Allein Heiligenhafen hat laut Aussage von Bürgermeister Heiko Müller Schäden von mindestens 3,5 Millionen Euro zu verzeichnen. Im Wirtschaftsministerium sind bislang 65 Schadensmeldungen aus 30 Orten eingetroffen. Auch deswegen meint Jörg Bülow: „Das Land darf die Kommunen mit der Beseitigung der Schäden nicht allein lassen, gerade weil viele Kommunen an der Ostsee in der Vergangenheit auch aus eigener Tasche Küstenschutzmaßnahmen finanziert haben.“

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) hat zwar gestern im Landtag noch einmal bestätigt, dass das Land den betroffenen Kommunen helfen will, aber angesichts der hohen Forderungen zeigt sich sein Haus zugeknöpft. Noch steht nicht einmal fest, wo die zwei Millionen Euro herkommen sollen, nur dass sie im Nachtragshaushalt im März auftauchen werden. Wird der verabschiedet, könne das Geld zeitnah ausgezahlt werden, heißt es aus dem Ministerium. Dort strebt man aber eine Beteiligung der Kommunen in Höhe von 50 Prozent an den Instandsetzungen an. Das Land will nur die Maßnahmen bezahlen, die direkt dem Küstenschutz und der Wiederherstellung der touristischen Infrastruktur dienen.

Heiligenhafens Bürgermeister Müller fürchtet, dass er auf einem Großteil der Kosten sitzen bleiben könnte. „Ob wir dann überhaupt alles wieder reparieren können, weiß ich nicht.“

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erstellt am 22.Feb.2017 | 17:32 Uhr

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