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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 11:32 Uhr

Strucks öffnet ab Freitag wieder

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wiedereröffnung nach Insolvenz und Einbruch im Geschäft am Rosengarten / Karin Struck macht als Einzelperson weiter / GmbH insolvent

shz.de von
erstellt am 19.Jul.2017 | 00:58 Uhr

„Hinfallen, Krone richten, aufstehen“ – das Motto, das der Geschäftsfrau Karin Struck auch während der vergangenen drei Wochen Mut gemacht hat, steht an den Schaufenstern ihres Ladens am Rosengarten. „Ab Freitag feiern wir mit unseren Kunden die Wiedereröffnung über das ganze Wochenende“, sagt die 57-Jährige. Sie werde künftig als Einzelperson weitermachen, wie sie einst auch einmal angefangen habe, damals mit dem Kinderladen in Eutin vor fast 40 Jahren.

Die Strucks Fashion GmbH, die neben dem Eutiner Geschäft auch Filialen in Lübeck und Kiel hatte, meldete Ende Mai Insolvenz an (wir berichteten). „Unsere sieben Mitarbeiter müssen sich jetzt leider eine neue Arbeit suchen, ich kann sie nicht mehr bezahlen. Das schmerzt“, sagt Karin Struck. Auch ihr Mann und ihr Sohn arbeiten jetzt in Angestelltenverhältnissen.

Gemeinsam mit einer befreundeten Kundin kann sie nun das im Juni ausgeraubte Geschäft wieder mit Ware befüllen, das liegt daran, dass sie die Ware aus dem Kieler Geschäft herauskaufen konnte. „Deshalb haben wir auch noch eine Ecke mit Herrenmode im Programm“, sagt Struck. Ihr Sohn helfe derzeit, den Laden im City-Park zu räumen. Im Lübecker Geschäft sei nicht mehr an die Ware zu kommen. „Der Vermieter hat, als wir ihm von der Insolvenz erzählten, gleich vom Vermieterpfand Gebrauch gemacht. Er kann die Ware und die Möbel dort jetzt selbst veräußern“, berichtet Karin Struck.

Erst im Frühjahr hatte ihr Sohn Frieso Struck „New Harbour“ in der Eutiner Königstraße eröffnet. War die Insolvenz da nicht schon abzusehen? „Der Anfang eines Jahres ist immer schwierig, wir sind ups and downs gewöhnt. Der März war super, in allen Geschäften. Doch der April war katastrophal, der Mai ging so weiter, bis letztlich gar nichts mehr ging.“ Eine Lübecker Filiale am Holstentor haben sie wegen der hohen Mietkosten Ende 2016 geschlossen, das Inventar samt Mode ging nach Eutin. „Eutin lief immer gut für uns. Wir wollten lieber weniger Umsatz machen als gar keinen, reduzierten Stromkosten, versuchten, in der Familie selbst mehr Stunden abzudecken, um die Personalkosten zu senken, aber es reichte letztlich leider alles nicht“, sagt Struck und ist den Tränen nahe. Sie habe viel geweint – wegen der Insolvenz, wegen des Einbruches und wegen der aufkeimenden Gerüchte, dass „da ja wohl ein Zusammenhang sein könnte“. Karin Struck: „Die lieben Zuschriften unserer Kunden und das herzliche in den Arm nehmen geben jetzt aber neue Kraft und das tut unglaublich gut. Viele kommen rein, sehen uns arbeiten und sagen: ‚Wie schön, dass ihr weitermacht.‘“

Die Zeit sei insgesamt schwer für den Einzelhandel. Sie könne nicht jeden Monat „Sale“ machen oder Rabatte geben, die Ware, die auf ihrem Tisch liege, gebe es nirgendwo in dieser Qualität für einen Zehner.

Sie habe großen Respekt vor dem Neustart, gerade jetzt, wo die Straße Am Rosengarten mit dem Leerstand bei Schönke und der Geschäftsaufgabe bei Massur noch mehr zu verwaisen drohe. „Aber alle Menschen, die in Eutin leben und wollen, dass die Stadt auch bunt bleibt für sich selbst und die Touristen, sind auch aufgefordert, daran mitzuwirken“, sagt Karin Struck.


Eröffnet wird Freitag ab 10 Uhr bis 18 Uhr, Samstag ab 10 Uhr mit open end, So ab 13 Uhr und dann werktags wie vorher 10 bis 18.30 Uhr

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