Stromtrasse stört Marine

Der Funkmast  der Marine neben dem Turm auf dem Gömnitzer Berg sorgt für eine neue Trassenplanung.
Der Funkmast der Marine neben dem Turm auf dem Gömnitzer Berg sorgt für eine neue Trassenplanung.

Überraschende Forderung nach 1500 Meter Abstand zwischen Funkmast und 380-kV-Leitung

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29. November 2016, 11:37 Uhr

Das kam überraschend: Über zwei Jahre nach dem Beginn eines
Dialogverfahrens über die Trasse einer neuen Starkstromleitung muss das Unternehmen Tennet im Raum Süsel neu planen – weil die Bundeswehr erst kürzlich mitgeteilt habe, dass zu einem Funkmast auf dem Gömnitzer Berg ein Abstand von 1500 Metern eingehalten werden müsse.

Die Neuigkeit hatte Tennet am 14. November den Bürgermeistern mitgeteilt, Montagabend war sie Thema im Bauausschuss der Gemeinde Süsel. Mit einer neuen Trasse bei Bujendorf, Gömnitz und Roge werde es jetzt andere Betroffenheiten geben, sagte Ausschuss-Vorsitzender Klaus Berger (SPD). Die Tennet habe auf jeden Fall eine neue Beteiligung in Form von Dialogverfahren zugesagt. Allerdings sei mit der Vorstellung einer neuen Trasse vor Frühjahr 2017 nicht zu rechnen.

Berger machte aus seiner Freude über neue Schwierigkeiten bei der Trassenplanung kein Geheimnis: Wenn es immer neue Widerstände gebe, steige die Chance, dass die Menschen im Hinterland verschont würden und die Trasse an der Autobahn entlang geführt werde.

Auf dem Gömnitzer Berg stehe ein Funksendemast der Marine, der für den Seenotrettungsfunk auf der Ostsee unverzichtbar sei, erklärte Mathias Fischer, Sprecher der Tennet, dem OHA. Die Bundeswehr sei im August 2015 erstmals zu den Stromtrassenplänen befragt worden. Da habe die Bundeswehr keine konkreten Aussagen gemacht. Nach mehrfachem Briefwechsel sei im September 2016 mit der zuständigen Dienststelle ein Gespräch geführt worden: In dem seien 1500 Metern Abstand zum Sendemast für eine einwandfreie Funktion der Funkanlage gefordert worden. Fischer: „Das bedeutet, dass die bereits öffentlich vorgestellte Grobtrassierung in dem Bereich aufgegeben und neu erstellt werden muss.“ Und: „Es lässt sich bei einem Vorhaben dieser Größenordnung gelegentlich nicht vermeiden, dass gewisse Anpassungen einer bereits entwickelten und öffentlich vorgestellten Planung notwendig werden.“


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