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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 01:13 Uhr

Stromleitung: Süsel wird nicht geschont

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Tennet verwirft andere Trassenführungen, die an der Gemeinde vorbeigingen

von
erstellt am 14.Jun.2016 | 14:13 Uhr

Die Erkenntnis kam nicht vollkommen überraschend: Der Gemeinde Süsel bleibt vermutlich der Bau einer neuen Stromtrasse nicht erspart. Die jüngst eröffnete Möglichkeit, die neue Ostküstenleitung teilweise unterirdisch zu verlegen, ändern nichts am geplanten Streckenverlauf im Gemeindebereich.

Bei der Tennet waren, wie Projektleiter Till Klages am Montagabend dem Planungsausschuss im Süseler Rathaus erläuterte, zwei Vorschläge untersucht worden: Eine Erdverkabelung entlang der Autobahn und ein kürzerer Schwenk durch die Gemeinde mit einer Trasse östlich des Ortes Süsel.

Das Ergebnis der Prüfung: Beide Vorschläge, die im Zug des öffentlichen Dialogverfahrens unterbreitet worden waren, ließen sich aus mehreren Gründen nicht verwirklichen. Nach den Kriterien zur Beeinträchtigung für Mensch und Natur, aber auch zur Finanzierbarkeit ließen sich beide Vorschläge nicht verwirklichen. Selbst für die Erfüllung der Forderung, dass die von Braak nach Rogerfelde vorhandene 110-Kilovolt-Leitung in die neue 380-kV-Leitung integriert werden sollte, sieht Klages kaum Chancen, weil es verschiedene Eigentümer seien.

Dem Tennet-Vertreter schlug geballter Frust von Gemeindevertretern aller Fraktionen entgegen: „Ich glaube, dass die Planung längst feststand“, formulierte der Ausschuss-Vorsitzende Klaus Berger (SPD). Die Tennet gebe sich keine Mühe, bessere Lösungen zu erreichen: Wenn für die Hinterlandanbindung der Beltquerung mit dem Ausbau der Bahntrasse eine riesige Baustelle entstehe, könnten dabei auch gleich die Stromkabel mit verlegt werden. „Es fehlt die Bereitschaft zu flexiblen Lösungen.“

Er könne die Verärgerung verstehen und müsse Bergers Meinung akzeptieren, entgegnete Klages, versicherte zugleich, dass für die Festlegung einer Trasse ein Bündel an Kriterien beachtet werden müsse. Nicht zuletzt werde es für die Stromtrasse einen Planfeststellungsbeschluss geben, dessen Rechtmäßigkeit auf dem Klageweg vor Gericht geprüft werden könne.

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